# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 25 ſelbe gilt von der Kirchenzucht. Was der Heiland Matth. 18 ſagt, iſt nicht Petrus allein geſagt, iſt nicht dem Apoſtel Petrus geſagt, ſondern das iſt dem bekennenden Petrus geſagt, dem Petrus, der eine Frage beantwortet hat, die nicht lautete: „Wer ſagſt du, daß ich ſei?“ ſondern: „Wer ſagt ihr, daß ich ſei?“ Er redet hier im Namen aller, für die er das Wort ergriffen hat, und ſo wendet ſich der Heiland auch wieder an ihn, und zwar in einem Zuſammenhange, wo er eben vorher, wie wir das ſchon in Theſis II gehört haben, ſeine Weiſung gibt in Abſicht auf die Behandlung derjenigen Brüder, welche geſündigt haben und welche zurecht zu bringen die Pflicht der chriſtlichen Gemeinde iſt, und wo angegeben wird, auf welche Weiſe ſie nun dieſe Pflicht ausüben ſolle. Und ſo gewiß nun die Kirche aller Zeiten die Schlüſſel des Himmelreiches hat, ſo gewiß wir mit Recht behaupten, daß wir lutheriſchen Gemeinden die Schlüſſel des Himmelreiches haben, die der Heiland dort ſeiner Gemeinde verliehen, zugeſprochen hat, ſo gewiß ſollen wir auch wiſſen, daß wir in der Handhabung dieſer Schlüſſel uns zu richten haben nach der Inſtruction, die bei Ueberreichung der Schlüſſel denen, die ſie handhaben ſollten, gegeben worden iſt. Wollten wir ſagen, dieſe Inſtruction gelte uns nicht mehr, die habe nur den Chriſtengemeinden der erſten Zeit gegolten, ſo würden wir damit Verzicht leiſten auf die Schlüſſel des Himmelreiches; denn wir können nicht das Eine haben ohne das An⸗ dere. Sind wir ſolche, welche auf Grund jenes Wortes die Schlüſſel zu haben glauben, ſo ſind wir auch ſolche Gemeinden, welche ſich nach der In⸗ ſtruction zu richten haben, die bei der Ueberreichung der Schlüſſel ertheilt worden iſt. Dasſelbe gilt vom Predigtamt. Das Predigtamt ſoll in der Gemeinde aufgerichtet werden, und auch für die Aufrichtung des Predigtamtes haben wir unſers Gottes Inſtruction. Er hat geſagt, was für Leute Prediger wer⸗ den ſollen, aber auch, was für Leute nicht Prediger werden ſollen. Er hat geſagt, daß Männer und nicht Weiber in der Kirche das Predigtamt aus⸗ üben ſollen. Er hat auch ſonſt in Abſicht auf das Predigtamt in ſeinem Worte vorſchreibender, anordnender, normgebender Weiſe geredet. Und das iſt dasſelbe Predigtamt, das wir heute haben; der Apoſtel redet von dem Predigtamte, das in ſeinen Tagen beſtand und damals ein kirchliches Ding war, als von einem Amte, das fortbeſtehen ſoll bis ans Ende der Welt. Auch er ſchaut hinaus über die Zeit, auf den Tag der Wiederkunft des HErrn, wenn er ſagt: „Weidet die Heerde Chriſti, die euch befohlen iſt . . . ſo werdet ihr, wenn erſcheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Ehren empfahen.“ Haben wir das Predigtamt, und haben wir das Predigtamt, auf das alles andre paßt, der Ruhm und Preis des Predigt⸗ amts, die Aufgabe des Predigtamts, ſo haben wir kein andres Predigtamt, als auf welches auch diejenigen in der Schrift enthaltenen Vorſchriften an⸗ gewandt werden müſſen, welche für das Predigtamt als für ein Stück, das dem Kirchenleben angehört, die Norm ſein ſollen.