# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der ſechzehnten Verſammlung nicht gebrochen werden.“ Was uns in der Schrift geboten iſt, das iſt und bleibt geboten, und durch dieſes Gebot iſt alles, das dieſem Gebot zuwider iſt, ausgeſchloſſen. Was in der Schrift verboten iſt, das iſt verboten in der Weiſe, daß damit alles, was dieſem Gebot zuwider iſt, ausgeſchloſſen ſein muß, oder wir hätten keine Norm, mit der ſich irgend etwas anfangen ließe. Zum Andern iſt aber in der Theſis und in dem angeführten Spruche ferner geſagt, daß damit die Einheitlichkeit der kirchlichen Praxis als gött⸗ liche Forderung gegeben iſt nicht nur für eine Zeit, nicht nur für die apoſtoliſche Zeit, ſondern für die ganze Kirche, auch die Kirche aller Zeiten. Was die Apoſtel und was Chriſtus, der HErr, ſelber ſeiner Gemeinde vor⸗ geſchrieben haben, das haben ſie nicht nur der Kirche jener Tage, der Kirche der apoſtoliſchen Zeit, vorgeſchrieben, ſondern der Kirche aller Zeiten. Das iſt inſonderheit klar erſichtlich aus einigen Stücken der kirchlichen Praxis, welche in Gottes Wort normirt ſind. Nehmen wir zuerſt wieder die Abendmahlspraxis vor uns. Da heißt es: „Solches thut, ſo oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtniß“, und dieſe Worte ſind geſagt zu der Gemeinde, welche des Heilandes Reden an dem letzten Abend, den er mit ihr in ſeiner Niedrigkeit verlebte, gehört hat. Aber in des Heilandes Herzen und Gedanken waren in jenen Stunden nicht nur die heiligen Apoſtel, war nicht nur die damalige Gemeinde, deren Hirte nun in dieſer Nacht geſchlagen werden ſollte, waren nicht nur die Schafe der Heerde, die nun ſo bald zerſtreut werden ſollte, ſondern in ſeinen Gedanken waren alle, die durch ihr Wort an ihn glauben ſollten. In ſeinem prieſter⸗ lichen Gebete hat er ſie eingeſchloſſen, und immer wieder merken wir, wie ſeine Blicke ſich hinausrichten an das Ende der Zeit, ja hinaus in die ſelige Ewigkeit. Und auch im engen Zuſammenhang mit der Einſetzung ſeines Sacraments redet er Worte, die das erkennen laſſen, wenn er nämlich hin⸗ zufügt: „Ich werde hinfort nicht mehr mit euch trinken von dem Gewächſe des Weinſtockes, bis daß ich es neu trinken werde im Reiche Gottes.“ Da ſchaut er bis ans Ende der Zeit, bis hinein in die Ewigkeit. Das, was er hier geſtiftet hat, ſoll nun gelten für dieſe ganze Zeit, daß in der Weiſe, wie in der Nacht, da der HErr verrathen ward, das Gewächs des Wein⸗ ſtocks getrunken würde, bis die Zeit anbricht, da man es neu trinken wird in des himmliſchen Vaters Reich. In der Taufpraxis haben wir dasſelbe. Er ſagt nämlich: „Gehet hin in alle Welt . . . und lehret ſie halten . . . und ſiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Da haben wir wieder dieſes Hinausſchauen, nicht nur auf die nächſten Tage, ſondern durch alle Erdentage, bis ans Ende der Tage, und während dieſer Gedanke ihn beſchäftigt, ſtiftet er dieſe Ordnung, dieſes Sacrament, und befiehlt ſeiner Kirche bis ans Ende der Zeit, ſo zu handeln, wie er's ihr befohlen hat, zu taufen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geiſtes und halten zu lehren alles, was er befohlen hat. Es kommt keine Zeit und gibt keinen Ort, da dieſe Norm nicht gelten müßte in der Chriſtenheit. Das⸗