# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 23 gegen die Reichsordnung der Kirche, wenn eine Gemeinde will Geſetze machen über Dinge, die Gottes Wort frei gelaſſen hat. Wir haben ein Ge⸗ ſetz, das iſt Gottes ausgeſprochener Wille, der Wille deſſen, der in ſeiner Kirche als König nicht nur der oberſte, ſondern der einzige Geſetzgeber iſt. Ein ſo großer Unterſchied beſteht alſo in Hinſicht auf die kirchliche Praxis zwiſchen den Dingen, die Gott normirt hat, und den Dingen, welche in Gottes Wort frei gelaſſen ſind. Hier wurde die 2. Theſis angenommen. Theſis III. So weit die kirchliche Praxis durch Gottes Wort normirt iſt, ſetzt die Einheit der göttlichen Norm auch die Einheitlichkeit der kirchlichen Praxis als göttliche Forderung für die ganze Kirche. Unſer HErr und Heiland ſagt, da er von ſeinen Jüngern Abſchied nimmt, in ſeinem Valetbefehl an ſeine Kirche: „Lehret ſie halten alles, das ich euch befohlen habe. Und ſiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ In dieſen Worten liegt zweierlei; erſtens, daß die Kirche auf Chriſti Befehl alles das halten ſoll, was Chriſtus ihr befohlen hat. Wo er geſagt hat: Solches thut, und: Alſo thut's, da iſt des Heilandes Wille und Befehl, daß die ganze Kirche ſich darnach richten ſoll. Denn ſo gewiß der Befehl: „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker, und taufet ſie“ — der ganzen Kirche gegeben iſt, nicht nur den Apoſteln, ſondern der ganzen Gemeinde, nicht nur einer Gemeinde, ſondern allen Gemeinden, ſo gewiß gilt nun auch für die ganze Kirche alles und jedes, was Chriſtus auch in Abſicht auf die kirchliche Praxis ſeiner Kirche befohlen hat. Und wenn die Apoſtel nun in ihren Briefen an die Gemeinden auch in Abſicht auf ſolche Dinge, welche der kirchlichen Praxis angehören, ihr Lehramt üben, ſo thun ſie das auf den Befehl: „Lehret ſie halten alles“ ꝛc. Und jeder Gemeinde, welcher St. Pauli Brief an die Römer, welcher die Epiſtel St. Pauli an die Galater gilt, der gelten nun auch alle die Vorſchriften, welche in dieſen Briefen in Abſicht auf Stücke der kirchlichen Praxis ent⸗ halten ſind. Die Apoſtel ſollen nichts halten lehren, als was Chriſtus ihnen befohlen hat. Es kann, wo die Apoſtel lehren, kein Widerſpruch gel⸗ ten unter den Apoſteln, daß der eine etwas geböte, das der andere verböte, oder auch nur der eine etwas befohlen hätte, das der andere als frei geſtem⸗ pelt hätte; ſondern wenn die Apoſtel lehren, ſo lehren ſie das, was Chriſtus befohlen hat; und daß in Chriſto ſelbſt, dem Munde der Wahrheit, kein Widerſpruch ſein kann, hat er ſelber eben damit uns betheuert, daß er ſagt: Ich bin die Wahrheit. Auch in Abſicht auf dieſe Schriftworte, durch welche die kirchliche Praxis normirt iſt, gilt das Wort: „Die Schrift kann