# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der ſechzehnten Verſammlung von Klein auf gewohnt ſind, daß eine Verlobung als ein Verſprechen gilt, das man wohl halten ſollte, das aber, wenn man Grund zu haben meint, es rückgängig zu machen, auch rückgängig gemacht werden könne; und Grund zur Rückgängigmachung kann dann allerlei werden, während der einzige göttlich anerkannte Grund zur Rückgängigmachung eines Verlöbniſſes dieſer iſt, daß der eine Theil mit einer dritten Perſon ein Fleiſch geworden iſt. Und da in der Praxis feſtzuſtehen, hält oft ſehr, ſehr ſchwer, und es iſt ſehr nöthig, daß uns das im Gewiſſen ſitzt: Hier hat Gottes Wort die Praxis normirt. Und wenn in ganz Deutſchland anders practicirt würde, und in ganz America außerhalb der Synodalconferenz, das verſchlüge für uns nichts, denn dies iſt ein Stück göttlich normirter Praxis. Dem kirchlichen Leben als ſolchem gehört auch an die Stellungnahme und das Handeln einer Gemeinde in Abſicht auf das Logenweſen unſerer Tage. Eine Loge iſt ein Verein, der nicht gegründet iſt im Gehorſam gegen ein göttliches Gebot, noch weniger ein Verein, in welchem nur Chriſten ſich mit einander auch zu einer freien Verbindung zuſammengethan hätten, ſon⸗ dern ſie iſt allüberall eine Verbindung von ſolchen, welche nicht eines Glaubens und Bekenntniſſes ſind. Wenn nun die Glieder einer ſolchen Verbindung ſich Brüder nennen und mit einander angeblich als Brüder ver⸗ kehren, ſo iſt das eine Lüge; denn Brüder ſind diejenigen, die einen Vater haben. Wir ſind ja in einem gewiſſen Sinne alle Brüder von Adam her; das meint aber die Loge nicht, wenn ſie den Brudernamen zur Bezeichnung ihrer Glieder führt; denn ſie erkennt ja nicht alle Menſchen als Glieder an. Einen Vater haben alle Gottloſen: „Ihr ſeid von eurem Vater, dem Teufel, und nach deſſen Luſt wollet ihr thun“, ſagt der HErr. Aber dieſe Brüderſchaft meint doch wohl die Loge auch nicht, wenn ſie den Bruder⸗ namen führt. Einen Vater haben alle Gläubigen: „Ein Gott und Vater unſer aller.“ Das kann die Loge in Wahrheit nicht meinen, denn ſie nimmt Juden und Heiden in ihre Verbindung auf. In welchem andern Sinne könnten nun dieſe Leute Brüder ſein? Wer iſt der Vater, den ſie gemeinſam haben? Es iſt eine Unwahrheit, eine Lüge, die ſie führen, wenn ſie ſich den Brudernamen einander geben. Sie ſind nicht Brüder, und den ſchönen Brudernamen mißbrauchen ſie, um eine Zuſammengehörig⸗ keit vorzugeben, die thatſächlich gar nicht unter ihnen beſteht. Sie ſind nicht aus brüderlicher Liebe, ſondern aus Selbſtſucht zuſammengetreten, einerlei was ſie dabei ſuchen mögen. Und nun heißt das achte Gebot: „Du ſollſt nicht falſch Zeugniß reden.“ Sie ſollen nicht ſich Brüder nennen, wenn ſie keine Brüder ſind. Und viele dieſer geheimen Geſellſchaften haben, üben, treiben auch ſogenannte gottesdienſtliche Verrichtungen, beten, leſen in der Bibel, ſingen Oden miteinander, die auch religiöſen Anſtrich haben, haben gottesdienſtliche Gemeinſchaft mit einander, das Licht mit der Fin⸗ ſterniß, Chriſten mit Juden, Gläubige mit Ungläubigen; und doch ſagt Gottes Wort: „Was hat das Licht für Gemeinſchaft mit der Finſterniß?