# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 17 der an und für ſich ſeiner Einſetzung nach nicht dem kirchlichen, ſondern dem bürgerlichen Leben angehört, auch in das kirchliche Leben hinein, und zwar etwa durch eine feierliche Verlobung unter Mitwirkung des Paſtors, wie es oft geſchieht, oder durch die kirchliche Trauung, in das kirchliche Leben als ſolches. — Nun hat aber Gott in ſeinem Worte auch in Abſicht auf Eheſchließung und Eheſcheidung Recht und Unrecht feſtgeſtellt, hat beſtimmt, wer ſich zur Ehe nehmen ſoll, und wer nicht, und wo in einer Gemeinde Ehe⸗ ſchließungen vor ſich gehen und von Gemeinde wegen gutgeheißen werden, die nach Gottes Wort nicht vor ſich gehen ſollten, ſo haben wir da ein Stück ungöttlicher, verkehrter, ſchriftwidriger Praxis in Abſicht auf die Ehe. — Ferner hat Gottes Wort Regeln feſtgeſtellt, wie das zugehen ſoll, daß durch das ſechste Gebot nicht das vierte Gebot verletzt werde. Wenn alſo in einer Gemeinde eine Eheſchließung gegen das vierte Gebot geſchieht und die Gemeinde ſich dabei betheiligt durch ihren Paſtor, oder aber ſo, daß ſie dieſe Eheſchließung gutheißt und ſegnet, ſo beſteht in dieſer Gemeinde eine falſche Ehe zu Recht, wo ſich Leute zur Ehe nehmen wider den Willen des Vaters und der Mutter. — Gottes Wort hat ferner beſtimmt, daß die Ehe ge⸗ ſchloſſen werden ſoll als ein Bund für das ganze Leben, und daß, was Gott zuſammengefügt hat, der Menſch nicht ſcheiden ſoll, es ſei denn, daß der ein⸗ Theil eine Urſache zur Scheidung, die JEſus als Urſache zu einer rechte mäßigen Scheidung anerkennt, gegeben hätte, daß er nämlich mit einer an⸗ dern Perſon ein Fleiſch geworden wäre. Wenn alſo in einer Gemeinde eine Eheſcheidung vor ſich ginge, und dieſe Eheſcheidung von der Gemeinde gut⸗ geheißen würde, oder daß ſogar der Paſtor zu dieſer Scheidung einen Bei⸗ rath gegeben hätte, und das, was geſchehen iſt, nicht abgethan wird, ſo beſteht nun in dieſer Gemeinde in Abſicht auf dies Stück eine falſche Praxis hinſichtlich der Ehe zu Rechte. Wir wiſſen ja, daß in einem großen Theile der Kirche in Abſicht auf alle dieſe Stücke verkehrte Praxis geübt wird, und daß uns dieſe verkehrte Praxis die allergrößte Noth und unausgeſagtes Herzeleid bringt. Was wird uns denn vorgehalten, wenn wir uns weigern, einen mit ſeiner verſtorbenen Frau Schweſter zu copuliren? Die Praxis in Deutſchland. wo man das als ein erlaubtes oder gar ſehr gutes Ding ge⸗ ſchehen laſſe. Und ferner, welche Noth kann uns die laxe Praxis bereiten, die in den americaniſchen Kirchen und Secten geübt wird in Abſicht auf die Trauung! Man ſagt: „Die können doch ſolche Leute trauen, warum könnt ihr's nicht? Die ſind doch auch Chriſten!“ Da gilt es denn trotz aller Trübſal, die dem Einzelnen daraus erwachſen mag, trotz aller Mühe und Noth, die den Predigern dadurch entſteht, das ſtets im Gedächtniſſe und Gewiſſen zu behalten, daß es ſich hier handelt um ein Stück Praxis, das göttlich normirt iſt und davon wir deshalb nicht weichen können, ohne von Gottes Wort zu weichen. — Daß ein rechtmäßiges Verlöbniß vor Gott eine Eheſchließung iſt, wiſſen wir aus Gottes Wort; aber wo practicirt man darnach? Etwa in Deutſchland? Das iſt ja der Jammer, daß die Leute