# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 13 Thun auch noch nicht ohne Weiteres als ein Stück kirchlicher Praxis, falſcher kirchlicher Praxis bezeichnen. Aber es heuchelten mit ihm „die andern Juden“. Es ſchloß ſich um Petrus ein Kreis von Gemeindegliedern, die nun in Gemeinſchaft mit ihm und mit einander eine Weiſe übten, die in das kirchliche Leben als ſolches, z. B. in die Abendmahlsfeier, die ſich an die Agapen oder Liebesmahle anſchloß, geſtaltend eingriff. Sollte die Weiſe, die Petrus und ein beträchtlicher Theil der Gemeinde hier übten, zur Gel⸗ tung kommen, ſo gewann das Gemeindeleben in Antiochia ein anderes, und zwar ein falſches, Gepräge. Und dies Beginnen ſtraft Paulus „vor allen öffentlich“, als eine Sache, die alle anging. Und welchen Maßſtab legt er dabei an? Er ſah, „daß ſie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangelii“. Nach dem Evangelium Gottes, der Pre⸗ digt Chriſti und ſeiner Apoſtel beurtheilt war ihr Thun verkehrt, ihre Praxis falſch. Sie haben ſich in dieſem Stück mit ihrer kirchlichen Praxis nicht ge⸗ richtet nach der Norm des göttlichen Worts. Durch Gottes Wort normirt ſind nun mancherlei Verrichtungen und Einrichtungen, die dem kirchlichen Leben als ſolchem angehören. Ein ſolches Stück iſt die Abendmahlspraxis als ſolche, die Abendmahlsfeier in dem, was weſentlich dazu gehört. Denn da haben wir den ausdrücklichen Befehl Chriſti: „Solches thut.“ Er ſagt da nicht: „Solches glaubt“, ſondern: „Solches thut.“ Daß wir ſeinen Worten glauben ſollen, ver⸗ ſteht ſich; er müßte ja ſonſt nicht der Heiland ſein, der da ſagt: „Ich bin die Wahrheit.“ Aber der Befehl, den er hier ausſpricht in der Einſetzung des Sacraments, ſein Befehl an die Gemeinde, die er da vor ſich hat, und an die ganze Kirche, lautet: „Solches thut — das, was ihr jetzt mit mir gethan habt, das thut auch in Zukunft.“ Und dabei weiſt er hinaus ans Ende der Zeit, indem er im Zuſammenhange dieſer ſeiner Rede davon ſpricht, daß er vom Gewächſe des Weinſtockes erſt wieder mit ihnen trinken werde im Reiche der Herrlichkeit. Und auch in andern Schriftſtellen iſt die Abendmahlspraxis durch Gottes Wort normirt, daß wir aus Gottes Wort wiſſen können und ſollen, wie wir da handeln, was wir da thun, und was wir da meiden ſollen. Der Apoſtel ſagt: „Der Menſch prüfe aber ſich ſelbſt, und alſo eſſe er von dieſem Brode, und trinke von dieſem Kelche.“ 1 Cor. 11, 28. Damit iſt uns geſagt, uns, den Gemeinden, uns, den Predigern, daß wir nur denjenigen dürfen das Sacrament reichen und reichen laſſen, welche ſich ſelbſt prüfen können und, ſo weit wir zu urtheilen vermögen, auch prüfen wollen und wirklich prüfen und alſo kommen und „eſſen von dieſem Brode und trinken von dieſem Kelche“. Ferner wird uns ebenfalls in der Schrift dargelegt, daß das Sacra⸗ ment des Altars ein Bekenntniß ſei, ein gemeinſames Verkündigen des Todes Chriſti, 1 Cor. 11, 26., und daß diejenigen, welche da eſſen, theil⸗ haftig werden des Altars, 1 Cor. 10, 16—21. Darin liegt für alle Zeiten als normirend für unſere Abendmahlspraxis, daß alle, welche nicht mit uns