# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1896_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗America. 1896. 7 Theſen über kirchliche Praxis. Theſis I. Die kirchliche Praxis iſt die Geſammtheit der Verrichtungen und Ein⸗ richtungen, welche dem kirchlichen Leben als ſolchem angehören. Theſis II. Die kirchliche Praxis iſt theils durch Gottes Wort normirt, theils dem freien Ermeſſen der chriſtlichen Gemeinde anheimgegeben. Theſis III. So weit die kirchliche Praxis durch Gottes Wort normirt iſt, ſetzt die Einheit der göttlichen Norm auch die Einheitlichkeit der kirchlichen Praxis als göttliche Forderung für die ganze Kirche. Theſis IV. Sofern in der Mißachtung der göttlichen Norm in der kirchlichen Praxis eine offenbare Verleugnung der Wahrheit liegt, iſt das beharrliche Feſthalten an ſchriftwidriger Praxis ebenſo wie das Feſthalten an falſcher Lehre kirchentrennend. Theſis V. So weit die kirchliche Praxis dem freien Ermeſſen der chriſtlichen Ge⸗ meinde anheimgegeben iſt, kann und darf auch die Einheitlichkeit der kirch⸗ lichen Praxis nicht als göttliche Forderung an die Kirche geſtellt werden. Theſis VI. Sofern das kirchliche Leben ſich zunächſt als das Leben der chriſtlichen Ortsgemeinde vollzieht, hat die Gemeinde bei ihren freien Anordnungen in Abſicht auf die kirchliche Praxis zunächſt ihren örtlichen Verhältniſſen und den kirchlichen Intereſſen ihrer Glieder Rechnung zu tragen. Theſis VII. Sofern das kirchliche Leben einer Gemeinde und ihrer Glieder ſich auch als ein Leben in Gemeinſchaft mit andern Gemeinden und ihren Glie⸗ dern geſtaltet, hat die Gemeinde und ihr Seelſorger auch dieſer Gemein⸗ ſchaftlichkeit zunächſt durch Gewiſſenhaftigkeit in der durch Gottes Wort normirten Praxis Rechnung zu tragen. Theſis VIII. Die Gemeinſamkeit des kirchlichen Lebens der Gemeinden unter ein⸗ ander wird auch durch größtmögliche Einheitlichkeit in der kirchlichen Praxis auch in Abſicht auf kirchliche Mitteldinge zur Geltung gebracht.