# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S285 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich - Zeitgeschichtliches. 285 streng formulirte Mitbekenntniß mit dem ganzen Concordienbuch eine Co⸗ mödie, eine Gott mißfällige Heuchelei. Darum hinweg mit allen Illusionen! Laßt uns die verfallenen Mauern unseres amerikanischen Zions wieder von Grund aus bauen! Am bedenklichsten ist übrigens der Einwurf, ein wahrer Lutheraner könne nicht an einer Conferenz theilnehmen; die nur die Augustana zur Basis der Vereinigung habe, wenn er von solchen erhoben wird, die bei diesem angeblich so zarten confessionellen Gewissen es doch über ihr Gewissen bringen können, sich ohne ernstlichen Protest zur Generalsynode zu halten, die nicht einmal die Augustana ohne Rückhalt annimmt! Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Wie die Römischen missioniren. — Der „Wahrheitsfreund“ schreibt Fol⸗ gendes über die von Pastor Weninger in Easton, Pa., geleitete Mission: „Die Mission er⸗ regte nicht nur die eifrigste Theilnahme der zahlreichen deutschen Gemeinde daselbst, sondern auch, und zwar im hohen Grade, die der amerikanischen protestantischen Bevölkerung. — Die Pracht der Frohnleichnamsprozession, die während der Mission unter Kanonendonner und Musikbegleitung abgehalten wurde, regte die Aufmerksamkeit und Neugierde dieser Ame⸗ rikaner ganz vorzüglich an, so daß zur Aufpflanzung des Missionskreuzes sich über zweitau⸗ send derselben versammelten, die mit großem Interesse dieser Feierlichkeit beiwohnten. Pastor Weninger redete dieselben in englischer Sprache an, und selbst die protestantischen englischen Zeitungen sprachen von der Anrede und der ganzen Feierlichkeit mit großer Achtung. Meh⸗ rere Andersgläubige vereinigten sich während dem Verlaufe der Mission mit der h. Kirche.“ Famose Politik! Erst locken sie die Neugierigen durch Kanonendonner und Musik in Schaaren zusammen, dann benebeln sie ihnen durch den mit dämonischer Wirkung bezau⸗ bernden Prunk ihres Cultus die Sinne und endlich lassen sie durch einen gewandten Jesuiten⸗ pater mit sophistischen Trugschlüssen auf die Benebelten einstürmen, denen gar leicht die Hölle so heiß gemacht wird, daß sie sich für glücklich halten, in dem Schooße der „alleinseligma⸗ chenden“ Kirche derselben entrinnen zu können. O die blinden Blindenleiter! — Deutsche Baptisten. — Es gibt jetzt nach dem „Sendboten“ 50 deutsche Bapti⸗ stengemeinden im hiesigen Lande mit etwas über 2000 Gemeindegliedern und 40 Predigern. Alle diese Gemeinden sind seit 1839 gegründet worden. — Die Synode von Wisconsin. — Diese Synode, welche von Past. Johann Mühlhausen, dem gegenwärtigen Präsidenten derselben gegründet ist, zählt gegenwärtig 16 Prediger zu ihren Mitgliedern. Auf der diesjährigen Versammlung am 29. Mai zu Milwaukee hat dieselbe unter andern folgenden Beschluß gefaßt: „Wir bekennen uns mit Herz und Mund zu der ungeänderten Augsburgischen Confession und wollen nach derselben mit derselben Entschiedenheit in unsern Gemeinden lehren und handeln, welche diese Confes⸗ sion selbst lehrt.“ Ferner hat diese Synode beschlossen, einen Reiseprediger in den Theil des Staats auszusenden, wo bis jetzt noch keine Kirchen und Schulen sind, wiewohl sie, wie be⸗ kannt, auch da nur zu gerne schneidet, wo andere gepflanzt, und Heilpflaster auflegt, wo an⸗ dere geschnitten haben. Ihre Prediger läßt dieselbe in Gettysburg ausbilden, was auch Licht geben dürfte über die „Entschiedenheit“, mit welcher die Synode die Augustana lehrt. Schweden und Norweger in Amerika. — Die neuere Einwanderung von Norwegen begann 1825, von Schweden 1841. Gegenwärtig schätzt man die Norweger in Amerika auf 150,000, die Schweden auf 25,000. Die Norweger sind am zahlreichsten in Illinois, Wisconsin, Iowa und Minnesota, die Schweden leben meistens in Illinois, haben