# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 69 als hoffnungslos aufgaben, ſie aber nach zwei Jahren wieder aufnehmen mußten, und die nun ein geſegnetes Arbeitsfeld iſt. Außerdem hält Herr Miſſionar Schooff alle 14 Tage Gottesdienſt mit Predigt und Chriſtenlehre in dem zehn Meilen von Meherrin entfernten Pleaſant Grove. Es wohnt dort eine bereits zu uns gehörige Familie von 9 Seelen und 2 andere Perſonen haben ihren Entſchluß erklärt, ſich uns nächſtens anzuſchließen. Sonſt iſt über die Ausſichten hier noch wenig zu ſagen; es wohnen wohl viel Neger hier, aber die meiſten gehören zu den Baptiſten. Auf einem vierten Platze, etwa nur vier Meilen von ihm, in einer Gegend, wo nur ſehr arme Leute wohnen, hielt der Miſſionar ſchon letzten Sommer eine Zeit lang Gottesdienſte, doch mußte er unter ähnlichen Um⸗ ſtänden wie jetzt in Keysville die Arbeit aufgeben. Dieſen Sommer wurde er aufgefordert, wiederzukommen. Er hat nun wiederholt Gottesdienſt und Chriſtenlehre gehalten vor 15 bis 30 Zuhörern. Die Leute bitten um Schule, darunter ein Elternpaar, welches, obgleich ſelbſt zu den Baptiſten gehörend, doch ihre 8 Kinder, von denen nun bereits 4 ſchulfähig ſind, bei uns taufen ließ. Ob wir hier, wie der Miſſionar wünſcht, eine Schule bauen und ihm die nöthige Hülfe zum Schulhalten geben können, darüber wird wohl am beſten erſt Ihre Commiſſion zu berathen haben, der dieſe Sache bisher noch nicht vorgelegt iſt. IV. Springfield, Illinois. Dieſe einſt unter ſo hoffnungsvollen Ausſichten begonnene Miſſions⸗ ſtation hat Ihrer Commiſſion ſchon viel Sorge und Noth gemacht. Dieſe Station beſitzt eine ſehr ſchöne Kirche und Schule. Daß dieſes Kircheneigen⸗ thum, veranlaßt durch den im hohen Maße ausgebildeten Schönheitsſinn des damaligen Miſſionars, faſt doppelt ſo viel koſtete, als wir bewilligt hatten, iſt ja längſt bekannt. Aber noch Schlimmeres war uns vorbehalten. Gegen Ende des Jahres 1892 kamen uns Gerüchte zu Ohren, Herr Miſſionar Knabenſchuh habe ſich in bedeutende Real Estate Speculationen eingelaſſen. Ein Glied der Commiſſion reiſte nach Springfield und fand das Gerücht be⸗ ſtätigt. Dem Miſſionar wurde ſtreng unterſagt, ſolche Geſchäfte zu treiben, und er vor Unvorſichtigkeit gewarnt. Er verſicherte, dieſe Warnung ſei unnöthig, und verſprach, ſich ſo bald als möglich von dem Geſchäft los⸗ zumachen. Bald darauf ſahen wir uns genöthigt, die Sachlage genau zu unterſuchen, und fanden, daß Miſſionar Knabenſchuh ſich in leichtfertiger Weiſe in großartige Speculationen eingelaſſen und Gelder geliehen hatte auf den Namen der Miſſion. Mehrere Poſten mußten wir, um Unannehm⸗ lichkeiten zu vermeiden, zahlen. Der untreue Miſſionar ſandte ſeine Reſig⸗ nation ein, die von uns natürlich angenommen und er im Februar letzten Jahres aus dem Dienſt der Miſſion entlaſſen wurde. Die Herren Pro⸗ feſſoren J. Herzer und L. Weſſel hatten die Güte, die Verſorgung der