# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S59 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 59 können auch auf die Erfahrung hinweiſen. Die Reſultate anderer Er⸗ ziehungslehren können ſehr fraglich ſein, wenigſtens in Rückſicht auf die Kirche Chriſti. Möglichen Falls bekommen wir Charactergeſtalten, die ſich auf dem Gebiet des bürgerlichen Lebens ſehr bemerkbar machen, aber nicht Charactere, in denen Chriſtus Geſtalt gewonnen hätte. Wir haben die Schwarmgeiſterei auf dem Gebiet der Predigt. Wie das gläubige Subject, das gläubige „Ich" des Lehrers, die Quelle der lebendigen Theologie und Dogmatik ſein ſoll, ſo ſoll das gläubige Sub⸗ ject die Quelle der lebendigen Predigt ſein. Als ob erſt das Subject, der Prediger, das Wort lebendig machte — und nicht das Wort mit ſeiner Lehre an ihm ſelbſt Geiſt und Leben wäre. Als Beiſpiel diene Folgendes aus den Theol. Monatsheften I, 383: „Wie oft aber reden wir von der Heilsgewißheit, . . . wie der Blinde von der Farbe — aber ich meine mehr —, wie einer, der ein Buch geleſen hat über Africa, und daraus berichtet. Wie ganz anders iſt es, wenn Dr. Wangemann aus Africa be⸗ richtet, und es heißt: der iſt da geweſen, der iſt da zu Haus — wenn wir ſo predigen, daß man ſagen muß: Ja, der iſt da geweſen, der iſt da zu Haus — das iſt gläubig predigen. Wir können es ja nicht laſſen, daß wir nicht reden ſollten von dem, was wir gehört und geſehen haben. — Das muß einer gläubigen Predigt eigen ſein. Da kann man ruhig ſagen: Bekenne deine Sünden, du wirſt abſolvirt und genießeſt das heilige Abendmahl, und wandelſt dann durch Kraft des Leibes und Blutes JEſu Chriſti dem Himmel zu —: das bringt die Seele zur Ruhe, nicht zu einer falſchen, ſondern zu einer Ruhe in ſtetem Kampf . . . aber zur Glaubensgewißheit." Das ſind bedenkliche Reden, als ob die Erfahrung und das gläubige Bewußtſein eines Predigers das Wort Gottes kräftiger, lebendiger, wirkungsvoller, gewiſſer mache, als es an ſich iſt. Aehnlichen Reden begegnet man aber auf allen Straßen, in vielen Predigt⸗ büchern, homiletiſchen Lehrbüchern und Zeitſchriften. Wo wir Schwarmgeiſterei finden, hieß es, da ſollen wir ſie rückſichts⸗ los verdammen. a. Wir ſollen uns die hohen Namen und Titel der Schwarmgeiſter nicht beirren laſſen. Es gibt einen Namen, der über alle Namen iſt; in demſelben und unter denſelben ſollen ſich beugen die Knie aller, die auf Erden ſind, auf daß er, unſer hochgelobter Heiland JEſus Chriſtus, HErr ſei zur Ehre Gottes des Vaters. b. Ohne Rückſicht darauf, was alles an vortrefflichen Dingen in Aus⸗ ſicht geſtellt wird. Wahrhaft geiſtlich lebendige Darſtellung der Glaubens⸗ lehre; wahrhaft lebensvolle Predigt; wahrhaft evangeliſche Glaubenstheo⸗ logie — alles regiert vom Glauben, ſtatt vom Wort und Bekenntniß. Als wahre Paradiesäpfel hat die neuere Theologie ihre Schwärmerei unter ge⸗ nannten Beſtimmungen angeboten, aber es ſind die Aepfel Sodoms. c. Ohne Rückſicht auf unſern Namen. Wenn wir alle Schwarm⸗ geiſterei rückſichtslos und rückhaltslos verdammen, ſo heißt es von uns: