# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S57 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 57 thut, als ob durch die Betheiligung am Werke der Miſſion das Wort Gottes müſſe lebendig und kräftig gemacht werden, das iſt vom Uebel. Daheim an dem Bekenntniß des äußerlichen Wortes und der himmliſchen Lehre ver⸗ zagen und in die Ferne ſchweifen in der Meinung, man müſſe die Kirche mit Miſſion retten und beleben, das iſt Schwärmerei. Das iſt ſelbſt auf den Basler Miſſionsfeſten einſt von einem Beck bezeugt worden, hat aber eine große Verdrießlichkeit hervorgerufen. Der Eifer der Martha iſt aber kein Erſatz für das gute Theil, das Maria ſich erwählt hat. b. Die pietiſtiſche Schwarmgeiſterei. Je mehr geheiligt, deſto mehr Geiſt, iſt die Grundrichtung des Pietismus. Das iſt ſchwär⸗ meriſcher Subjectivismus, wenn man meint, aus unſerer perſönlichen Lebens⸗ heiligung fließe Geiſt und Leben. Wir produciren kein Leben, wir leben von dem, was Gott gibt. „Die Worte, die ich rede, ſind Geiſt und Leben", ſagt der HErr. Soll alles von der Pietät dependiren, ſo wird endlich alles von ihr abſorbirt werden, hatte ſchon Val. Löſcher mit Recht geſagt und damit gemeint, daß wenn Geiſt und Leben von unſern Werken abhängig ge⸗ macht werde, ſo werde von dieſer falſchen Lehre alles Wort und Thun Gottes verſchlungen und vernichtet werden. Es iſt eine traurige Erfahrung, daß die pietiſtiſche Werktreiberei und Heiligungsmethode Gottes Wort, reine Lehre, Wahrheit und Evangelium unterſchätzen gelehrt und dem Indifferen⸗ tismus Thür und Thor geöffnet hat. c. Die Kirchenregiments⸗Schwärmerei. Manche Leute wollen der Gemeinde ſtatt mit dem Evangelium, mit einem ſtrammen Kirchenregiment geholfen wiſſen. Sie bewundern den kirchenregimentlichen Organismus des Pabſtthums, ſagen wohl auch, wenn wir einen ſo herrlichen Bau hätten, dann wäre uns geholfen. Ja, womit will man nicht der Kirche aufhelfen?! Muſik und Liturgik ſollen auch als Arzneimittel dienen, die todte Kirche lebendig zu machen. Was aber von ſolchen Gedanken zu halten iſt, ſagt Lutherus XV, 575: „Nun möchte aber Jemand fragen, was doch das für ein Regiment ſei und wie es beſtehen könne, da kein Haupt iſt, und die im Amt alle gleich und keiner mehr Gewalt noch Macht denn der andre haben ſoll? Denn die Vernunft achtet ſolche Gleichheit für eine Unform und ſchädlich Ding. Wiederum, wo ein Haupt iſt, auf welches andere ſehen, und ſich nach demſelben richten mögen, ſolche Ordnung hält die Vernunft für nützlich und gut; und ſchleußt daraus: So es in der Kirchen ſoll recht zugehen, ſo müſſe es auch alſo ſein, oder es werde ein lautere Confuſion, das iſt, Unordnung ſein. Und dies iſt die Urſach, die noch viel vernünftige, weiſe Leute gefangen hält. Denn ob ſie gleich dem Pabſt feind ſind, und ſehen das öffentliche Aergerniß: ſo ge⸗ denken ſie doch, es müſſe eine Ordnung und Kirchenregiment ſein und wollen's derhalben mit denen nicht halten, die ſolche Ordnung zerreißen und weder Pabſt noch andere für ein Haupt annehmen und erkennen wollen."