# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S55 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 55 geeſſen und getrunken wird, ſampt ſeinem Leibe und Blut; daraus folget, daß ein Meßpfaff in einer iglichen Meſſe die heilige Dreifaltigkeit zweimal opfert und verkäuft; daraus folget, weil die Gottheit nicht ohn die Creatur iſt, ſo muß Himmel und Erden auch im Sacrament ſein; daraus folget, daß die Teufel und die Hölle auch im Sacrament ſind; daraus folget, daß wer das Sacrament (auch einerlei Geſtalt) iſſet, der friſſet den Biſchof zu Meißen mit ſeinem Mandat und Zettel; daraus folget, daß ein Meißniſcher Prie⸗ ſter ſeinen Biſchof in einer iglichen Meſſe zweimal friſſet und ſäuft; daraus folget, daß der Biſchof zu Meißen muß einen größeren Leib haben denn Himmel und Erden: und wer will alle Folge immermehr erzählen? Aber zuletzt folget auch draus, daß alle ſolche Folger Eſel, Narren, blind, toll, unſinnig, raſend, thöricht und tobend ſind: dieſe Folge iſt gewiß." Das Predigtamt in abstracto ſind Wort und Sacrament; nur durch dieſe wird der Heilige Geiſt gegeben. Das Predigtamt in concreto iſt das Paſtorenamt, das Amt der Perſonen, die durch Beruf dazu beſtellt ſind, die Gnadenmittel in Anwendung zu bringen. Durch unbefugte Schlüſſe aus Predigtamt in abstracto und in concreto hat man die Lehre entwickelt, daß die Gnadenmittel der Ordnung nach nur wirkſam ſind, wenn ſie durch ordentlich berufene Verwalter des Predigtamts ausgerichtet werden. Das iſt aber Schwarmgeiſterei, auch wenn ſie ſich ins Gewand der ſchroffſten und ſtrengſten Kirchlichkeit hüllt. Die Gnadenmittel ſind etwas äußerlich Sichtbares und Wahrnehm⸗ bares, das iſt gewiß und nach der Schrift unzweifelhaft. Ferner iſt nach der Schrift gewiß, daß das Weſen der heiligen chriſtlichen Kirche nicht ſein kann ohne die Gnadenmittel, denn ſie iſt aus denſelben geboren und lebt aus ihnen. Es iſt auch ganz richtig nach der Schrift, daß man an den Gnadenmitteln erkennen kann, wo die Kirche iſt, daß Wort und Sacra⸗ mente die Kennzeichen der Kirche ſind. Aus dieſen Schriftwahrheiten hat man durch Schlüſſe die Lehre von der Kirche producirt, daß die Kirche eine ſichtbare und eine unſichtbare Seite habe. Das iſt Schwarmgeiſterei. In der lutheriſchen Kirche iſt der Synergismus als durch Schlüſſe ge⸗ wonnen hervorgetreten. Melanchthon hat in ſeiner Dogmatik folgenden Schluß gemacht: Wenn alle Menſchen von Natur in gleichem Verderben liegen und alle Menſchen in gleicher Weiſe eingeſchloſſen ſind im Gnaden⸗ rath Gottes, ſo folgt mit Nothwendigkeit, daß in uns ein Unterſchied ſei, warum der eine ſelig wird, während ein anderer verloren geht. Das muß, neben dem Wort und dem Heiligen Geiſt, an dem zuſtimmenden menſch⸗ lichen Willen liegen. Alſo das widergöttliche Schlüſſe⸗Machen iſt die Schuld, daß man eine dritte Urſache der Bekehrung aufgeſtellt hat, nämlich den Willen des Menſchen, während das Wort Gottes und das lutheriſche Bekenntniß nur zwei Urſachen kennt, nämlich das Wort Gottes und den Heiligen Geiſt. Gerade ſo machen es nun unſere heutigen Synergiſten. Sie behaupten gegen Gott: Wenn Gottes Gnadenrath und Gnadenmittel