# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 51 untheilbares Weſen iſt, wie die Bibel lehrt, ſondern ein theilbares und alſo zuſammengeſetztes, was die Bibel verwirft. Ein anderes Beiſpiel iſt Chriſtian v. Hofmann, deſſen bekannteſtes Werk der „Schriftbeweis" iſt. Die Lehren, die ſein ganzes Syſtem regieren, ſind die Lehre vom Menſchen und die Lehre von der Recht⸗ fertigung, aber natürlich jede in der Form, welche ihnen v. Hofmann gibt, und in dem beſondern Zuſammenhange, welchen er ſetzt und freilich mit ihm überhaupt die neueren Theologen ſeit ihrem Lehrmeiſter Schleiermacher. Darnach iſt die Menſchheit zwar noch nicht in Vollkommenheit, aber zur Vollkommenheit geſchaffen und angelegt, und ſie erreicht dieſe Vollkommen⸗ heit durch die Rechtfertigung (ſo eben Hofmann) oder durch die Erlöſung in Chriſto überhaupt. Darum ſoll auch das Kommen des Erlöſers an und für ſich nothwendig geweſen ſein, auch wenn der Fall Adams gar nicht ein⸗ getreten wäre. Gerade Prof. v. Hofmann trat recht mit der Prätenſion auf, eine wahrhaft gereinigte Theologie nach wirklichem geiſtlichem Verſtande der Schrift, eine wahre Geiſtestheologie zu bringen. Nun ſehe man, was die ſyſtematiſche Beziehung aller Glaubensartikel auf den Mittelpunkt des Syſtems des Prof. v. Hofmann den Glaubensartikeln für eine vermeintlich wahrhaft des Heiligen Geiſtes würdige Faſſung gegeben hat. Da leſen wir Sätze wie folgende: „Gott hat ſich nur deshalb von Ewigkeit als den Drei⸗ einigen geſetzt, weil er ſich in der Zeit als trinitariſch (dreieinig) offenbaren wollte." (I, 36. 177.) Nach dieſer Erklärung des Prof. v. Hofmann muß entweder die trinitariſche Offenbarung in der Zeit abſolut nothwendig ſein, oder der trinitariſche Unterſchied iſt accidentiell. Darnach wäre Dreieinigkeit in Gott nicht etwas Weſentliches, ſondern nur etwas Zu⸗ fälliges; in Wirklichkeit iſt damit die Schriftlehre von der Dreieinigkeit geleugnet. Der Ausdruck „Sohn Gottes" ſoll nach dem zweibändigen Schriftbeweis ſich nur auf den menſchgewordenen Chriſtus beziehen, ebenſo „das Wort", Joh. 1, 14. — Die Sünde Adams beſtand nach dieſem Schriftbeweis nicht in Selbſtvergötterung oder in Sich⸗ſetzen wider Gott, ſondern nur darin, daß die erſten Menſchen etwas Gottgeſchaffenes in wider⸗ göttlicher Weiſe begehrten. Wenn es im Buche Moſis heißt: Ihr werdet wiſſen, was gut und böſe iſt — ſo iſt das nicht moraliſch, ſondern phyſiſch gemeint, das heißt, ihr werdet wiſſen, was gut und ſchlimm für euch iſt. Da kommt es hinaus auf die alte, abgeſtandene Rationaliſten⸗Weisheit, daß der Baum der Erkenntniß ein Giftbaum war und durch ſein Gift ſchadete. Solche Abſchwächung und Verflachung der Lehre vom Sündenfall und der Sünde, wie ſie da Prof. v. Hofmann bringt, ſoll nun wahre Geiſtes⸗ theologie ſein. Aber eben ſein Syſtem fordert ſolch eine der Schrift ihre Kraft nehmende Lehre vom Sündenfall und Sünde, denn nur eine ſolche paßt zu ſeiner Central⸗ und Grundketzerei, nämlich derjenigen von der Rechtfertigung, die bei ihm auch nichts anderes iſt als das, was der armſelige Rationalismus kannte, nämlich Werkerei. Die alten Rationaliſten