# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung kommt von ſelbſt, wie es der Pantheismus von Schleiermacher mit ſich bringt. — Wie ſehr Schleiermacher eine anwidernde Gaukelei treibt mit ſeinen Reden vom Wort, Schrift, urſprünglichem Zeugniß Chriſti in dem Evangelio, ſieht man aus ſeinen abfälligen Bemerkungen über das Alte Teſtament. § 132: Dieſes (das Alte Teſtament) ſteht an Würde und Geiſt dem Neuen Teſtament nicht gleich. Es iſt auch für unſer frommes Bewußtſein ganz entbehrlich. Hat Chriſtus, der Sohn Gottes, jemals ſo verächtlich vom Alten Teſtament geredet? — Schleiermacher ſagt weiter: Es iſt nicht ſo, „daß wir für unſern Glauben dieſer Vorandeutungen (Weiſ⸗ ſagungen) noch bedürfen, da wir die Erfahrung haben, und die neuteſta⸗ mentiſche Schrift es billigt, daß man aufhört, um ſolcher Zeugniſſe willen zu glauben". Und das ſoll Joh. 4, 42. ſtehen, wo die Samariter zu dem Weibe ſagen: Wir glauben nicht um deines Wortes willen, wir haben nun ſelbſt gehört. Dieſe Reden Schleiermachers hat ihn nicht der Pfingſt⸗ geiſt gelehrt, der aus St. Petro lauter Weiſſagungen redete, ſondern der Schwarmgeiſt, der in allen Schwärmern ſehr leichtfertig mit der Schrift umgeht. Nach der Schrift heißt es: Der Glaube kommt aus der Predigt, das Predigen aber aus dem Worte Gottes; nach der Schwärmerei des Schleiermacher heißt es: Der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aus dem Gemeindegeiſt. Kurzum, die ſogenannte Theologie eines Schleier⸗ macher iſt Schwarmgeiſterei, weil ſie als Mittel für Geiſtesmittheilung nicht die Schrift anerkennt, wie Gott fordert Joh. 20, 31. Es war gut, dies auf dem bisher eingeſchlagenen Wege zu zeigen, da nun die Sätze Schleier⸗ machers über die Theologie und Dogmatik, worin er ſeine Schwarmgeiſterei offen in poſitiven Ausdrücken kund gibt, gleich in ihrem vollen Inhalt ver⸗ ſtanden werden können. Theologie iſt nach Schleiermacher „der Inbegriff aller derjenigen Kenntniſſe und Kunſtregeln, ohne deren Beſitz und Gebrauch eine zuſammenſtimmende Leitung der chriſtlichen Kirche, das heißt, des chriſt⸗ lichen Kirchenregiments nicht möglich iſt". (Theol. Werke I, § 5). Wie ge⸗ langt man nun in den Beſitz von Theologie? Davon daß die Theologie ein nur durch das Mittel der heiligen Schrift gewirkter Habitus ſei, dadurch ein Menſch Gottes zu allem guten Werk geſchickt ſei, ſagt Schleier⸗ macher natürlich nichts, das verwirft ſein ganzes ſpeculativ⸗ſchwarmgeiſtiges Syſtem. Nach ihm iſt der Weg zur Theologie die Gliedſchaft in der Kirche und damit Gemeinſchaft an ihrem Gemeingeiſt. Die Kirche Schleiermachers hat aber (§ 6) zu ihrer Baſis die Frömmigkeit, welche nichts anderes iſt als das abſolute Abhängigkeitsgefühl (I. § 14 und 15). Dieſes Verlegen der Religion, des Glaubens und der Frömmigkeit ins Gefühl iſt von den Schleiermacherſchen Enthuſiaſten bis zum Himmel erhoben worden. Ein Gaß ſchreibt (Herzog, Encyclop. S. 575): „Vor allem andern war es die Herleitung aus dem Weſen der Frömmigkeit, wodurch ein belebendes Element mitten unter die bloß doctrinären" (das heißt, lehrhaften) „Be⸗ handlungsweiſen zur Rechten und zur Linken eindringen ſollte." Das heißt