# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 43 gegen Schwärmerei ſelbſt ein Schwarmgeiſt ſei, wollten wir ja zeigen. Wir wollen es nun weiter damit thun, daß wir ins Auge faſſen, was Schleier⸗ macher zu ſagen weiß von: 1. Der Entſtehung des Glaubens. Er ſagt, § 14: „Es gibt keine andere Art, an der chriſtlichen Gemeinſchaft Antheil zu erhalten, als durch den Glauben an JEſum als den Erlöſer." S. 87 ff.: „An der chriſt⸗ lichen Gemeinſchaft Theil haben, heißt, in der Stiftung Chriſti die An⸗ näherung ſuchen an den Zuſtand ſchlechthinniger Leichtigkeit und Stätigkeit frommer Erregungen." „Dieſer Glaube iſt eine rein thatſächliche Gewiß⸗ heit. . . . Sie kann nicht eher in dem Einzelnen ſein, bis in ihm durch einen Eindruck, den er von Chriſto empfängt, ein Anfang, wenn auch nur ein un⸗ endlich kleiner, eine reale Ahnung geſetzt iſt von der Aufhebung des Zu⸗ ſtandes der Erlöſungsbedürftigkeit. Der Ausdruck Glaube an Chriſtum iſt hier aber, ſo wie dort, Glaube an Gott, die Beziehung des Zuſtandes als Wirkung auf Chriſtum als Urſache." „So haben ſich von Anfang an nur an Chriſtum zu ſeiner neuen Gemeinſchaft angeſchloſſen, deren from⸗ mes Selbſtbewußtſein als Erlöſungsbedürftigkeit ausgeprägt war, und welche nun der erlöſenden Kraft Chriſti bei ſich gewiß wurden." „Hierin hat nun auch ſeitdem immer das Weſen aller unmittelbaren chriſtlichen Verkündi⸗ gung beſtanden, die ſich immer nur als Zeugniß geſtalten kann; Zeugniß von der eigenen Erfahrung, welches die Luſt in andern erregen ſoll, dieſelbe Erfahrung auch zu machen." Wie es aber „nicht möglich iſt, die Noth⸗ wendigkeit der Erlöſung jemandem anzudemonſtriren" (von der Noth⸗ wendigkeit durch Beweiſe zu überführen) „ſo wenig kann demonſtrirt wer⸗ den, daß Chriſtus der Einzige iſt, der die Erlöſung bewirken kann". Was rechnet Schleiermacher zu dieſer Demonſtration? Dies, „daß man die An⸗ erkennung Chriſti herbeiführen will durch die Wunder, welche er verrichtet, oder durch die Weiſſagungen, welche ihn vorherverkündigt, oder durch die beſonderen Eigenſchaften der urſprünglich über ihn abgelegten Zeugniſſe, daß ſie ein Werk der göttlichen Eingebung ſeien". S. 96: „So muß wohl zugegeben werden, daß ein Erweis Chriſti als Erlöſers aus den Weiſ⸗ ſagungen unmöglich iſt." Ferner heißt es: „Aus dem allen folgt, daß Wunder ſowohl als Weiſſagungen — wenn der Glaube an die Offen⸗ barung Gottes in Chriſto und an die Erlöſung durch ihn nicht ſchon auf dem urſprünglichen Wege durch die Erfahrung als dem Beweis des Geiſtes und der Kraft entſtanden iſt — ihn nicht hervorbringen können." Jetzt haben wir alſo plötzlich ſchon die Erfahrung, das heißt doch nach Schleiermacher ſelbſt, die Wirkung des durch den Glauben entſtandenen Zuſammenſchluſſes mit der Gemeinde und ihrem Zeugniß. Wir ſollten ja aber in dem Lehrſtück nach Schleiermachers Zuſage etwas von der Ent⸗ ſtehung des Glaubens erfahren. Wie ſteht es denn nun? So ſteht es, daß nach der wahren zu Grunde liegenden Meinung Schleiermachers der Glaube überhaupt ohne alle Vermittelung, und jedenfalls ohne Ver⸗