# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S282 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 282 Illusionen der Theologen der Gegenwart ꝛc. (Liesching) 1855." 8. XIV. u. 219 S. Diese Schrift stellt sich die Aufgabe, die Lehre der lutherischen Kirche vom heiligen Abendmahl zu begründen, in ihrer Nothwendigkeit darzustellen und gegen die Gegner zu vertheidigen. Nichts desto weniger ist die ganze in diesem Buche gegebene Lehrentwickelung, wie Ströbel mit Belegstellen nachweist, nichts als „ein zwischen der evange⸗ lischen Wahrheit und dem calvinistischen Irrthum in der Mitte stehender subjectiver Versuch, das mysterium tremendum der speculirenden Vernunft annehmlich zu machen.“ Die angegebene Sartorius'sche Schrift ist in dem neuesten Quartalheft der Rudelbach⸗, Guerickischen Zeitschrift doppelt recen⸗ sirt. Die erste Recension hat Rudelbach zum Urheber. Nicht nur sieht man sich aber in dieser Recension vergeblich nach einem kräftigen, ernsten Zeugniß gegen Sartorius' Mißweisungen um, sondern findet darin selbst die, wenigstens uns unerwartete, Erklärung Rudelbachs, daß die von Sartorius vorgelegten Vorstellungen von dem Wesen des Sacraments auch die sei⸗ nigen seien! Je tiefer es nun schmerzen muß, immer mehrere der deut⸗ schen Theologen, von denen man meinte, daß sie in den vordern Reihen für lutherischen Glauben das Schwerdt des Geistes führen, aus diesen Reihen schwinden zu sehen; um so erfreulicher und tröstlicher ist es, daß das Zeugniß für die alte Wahrheit und gegen den neuen Irrthum in unserem alten Va⸗ terlande doch noch nicht gänzlich schweigt. Ein solches Zeugniß aber legt offenbar namentlich Herr Licentiat Ströbel ebenso unermüdlich, als ernst, furchtlos und bestimmt ab, ein Zeugniß, über welches uns selbst ein neulich von Ströbel gegen uns gemachter ungerechter Angriff die Freude nicht verderben soll. Auf Rudelbach's Recension der Sartorius'schen Schrift in der bezeichneten Zeitschrift folgt dann eine dergleichen von Ströbel. Auch diese Recension ist zwar weit entfernt davon, das viele Vortreffliche, was die Sartorius'sche Schrift enthält, zu leugnen oder nur zu verdecken und zu ver⸗ heimlichen. Sie hebt es vielmehr mit der freudigsten Anerkennung hervor und weist es nach, daß sich Sartorius in seiner Schrift als den „ganz geeig⸗ neten Mann“ erweise, „den Subjectivismus in seiner wahren Gestalt darzu⸗ stellen und gebührend zu kritisiren.“ „Wie prächtig, schreibt Ströbel, deckt er (Sartorius) die nihilistische Rhetorik der symbolisch⸗reformirten Abendmahls⸗ lehre im Heidelberger Katechismus auf! Nichts als ein Stückchen trocknes Brod, nichts als ein Schlückchen Speisewein! Obgleich hiebei zwar, wie sich Sartorius ausdrückt, auch von Geist viel geplaudert wird, so ist das doch ei⸗ gentlich nur Wind!“ Durch dieses alles hat sich aber Ströbel nicht be⸗ stechen, nicht blenden lassen, nicht zu sehen, daß Sartorius trotzdem selbst noch in dem Zauberkreise des Irrthums stehe. Ersterer schreibt nehmlich weiter, wie folgt: „Der hinkende Bote kommt nach. Sartorius tritt wacker gegen den cal⸗ vinistischen Subjectivismus auf, steht aber leider selbst in zwei Hauptpunkten auf subjectivem Boden. Zuerst in der Abendmahlslehre, deren positive Be⸗ stimmungen bei ihm darauf hinauslaufen, daß eine von Christi verklärtem Leibe und Blute ausströmende Kraft sich mit Brod und Wein verbinde und