# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung ſelbe, wo ſie unabhängig redet, nur von dem Subject dieſer Vereinigung und nicht von dem göttlichen darin vor derſelben." Und hierzu macht er die Bemerkung: „Niemand wird wohl Joh. 1, 18. oder 17, 5. als Inſtanzen gegen dieſe Behauptung anführen wollen." Schleiermacher macht es alſo grob genug, er leugnet, daß Chriſtus eine ewige, perſönliche Gottheit habe. Selbſt ein ſo maßloſer Bewunderer Schleiermachers wie Gaß (Real⸗Encycl. Art. Schleierm.) geſteht von Schleiermachers Chriſtuslehre: „Die Behaup⸗ tung eines eigentlichen Seins Gottes in Chriſto hält ſie in der Schwebe. Ein vormenſchliches Daſein Chriſti in perſönlichem Sinn anzunehmen, iſt demgemäß keine religiöſe Nöthigung anzunehmen." Nun iſt es ſchreck⸗ lich zu ſagen, daß alle Anhänger der neueren Theologie Schleiermachers Bewunderer ſind und ſeine Leugnung der ewigen Gottheit Chriſti ſo kühl aufnehmen können, und gar gelaſſen von den Ketzereien ihres Schleiermacher reden Angeſichts von Verdammungsurtheilen wie 1 Joh. 4, 2. 3. Aber ihnen gilt theologiſche Geiſtreichigkeit alles, die wirklich geiſtreiche Schrift nichts, weil nicht das, was ſie ſelbſt gelten will. Um zu zeigen, daß Schleiermachers Lehre von Chriſto eine ganz wider⸗ bibliſche und Chriſtum verleugnende iſt, wollen wir wörtlich anführen, was Schleiermacher von der erlöſenden Thätigkeit Chriſti ſagt. Da heißt es im II. Lehrſtück: Von dem Geſchäft Chriſti, alſo von Chriſti Werk, fol⸗ gendermaßen im § 100: „Der Erlöſer nimmt die Gläubigen in die Kräftig⸗ keit ſeines Gottesbewußtſeins auf, und dies iſt ſeine erlöſende Thätigkeit." § 99: „Die Thatſachen der Auferſtehung und der Himmelfahrt, ſowie die Vorherſagung von ſeiner Wiederkunft zum Gericht, kann nicht als eigent⸗ licher Beſtandtheil der Lehre von ſeiner Perſon aufgeſtellt werden." — Gegen ſolches Gerede halte nun ein gläubiger Chriſt doch die Predigt der heiligen Apoſtel, wie die überall die Thatſache der glorreichen Auferſtehung JEſu Chriſti zum Kern ihres Evangeliums machen. Und da phantaſirt man noch (Gaß, Herzog. 551) von eines ſolchen Chriſtusleugners Chriſtusliebe. Was iſt denn all das Gerede von Chriſtusliebe werth, wenn wir ihn nicht lieben, wie er uns zuerſt geliebt, wenn wir ihn nicht lieben nach dem Vor⸗ bild, wie der himmliſche Vater den Sohn liebt: Darum liebet mich mein Vater, daß ich mein Leben laſſe (Joh. 10, 17.). Und ich laſſe mein Leben für die Schafe (V. 15.). — Es iſt aber einmal bei der überwie⸗ genden Menge der deutſchen Theologen Sitte, in maßloſer Weiſe die Be⸗ deutung Schleiermachers zu erheben. Es ſcheint manchmal, als wirke die Beſorgniß mit, daß derjenige, welcher von der hergebrachten Bewunderung Schleiermachers abweicht, ſich damit dem Urtheil der Geiſtloſigkeit, der Ver⸗ ſtändnißloſigkeit für Geiſtvolles ausſetzen könnte. Bald ſoll es der Aufbau der ganzen Glaubenslehre ſein, durch die Schleiermacher eine unvergängliche Bedeutung habe. Und doch geben die Bewunderer ſelbſt wieder kleinlaut zu, daß das Syſtem von Schleiermacher im Aufbau dem des Calixt und der ſpä⸗ teren altlutheriſchen Theologen nahe ſtehe. Und das iſt ſo. Der Unter⸗