# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung zerlegte es kritiſch und philoſophiſch und proclamirte ſeinen Fund als den Schlüſſel zum rechten Glaubens⸗ und Geiſtesleben. Und ſeitdem Schleier⸗ macher ſeine dialectiſchen und ſpeculativen Kunſtſtücke vollbracht hat, hat man drüben nur vom epochemachenden Schleiermacher gewußt. Alle Theo⸗ logie, die er nicht hat und nicht an das Licht gefördert hat, gilt nichts, ſelbſt nicht die des Reformators der Kirche. Man könnte meinen, es ſei eine ſehr ungerechtfertigte Anklage, wenn man Schleiermacher der Schwarmgeiſterei anklage. Denn in ſeiner Glau⸗ benslehre legt ja ſogar Schleiermacher ein Zeugniß für das Wort ab und gegen die Schwärmerei. Er ſagt II, § 108, 5.: „In den erſten Jüngern nun wurde beides" (nämlich Glaube und Bekehrung, die aber bei Schleiermacher etwas ganz anderes heißen, als was wir nach der Schrift dar⸗ unter verſtehen) „bewirkt durch das Wort im weiteren Sinne, das heißt, durch die geſammte prophetiſche Thätigkeit Chriſti. Fortwährend alſo iſt es zunächſt dieſelbe göttliche Kraft des Worts, den Ausdruck in demſelben Umfang verſtanden, durch welchen auch jetzt noch die Bekehrung bewirkt wird und der Glaube entſteht." Darauf ſpricht ſich Schleiermacher ablehnend aus gegen die innere Offenbarung Chriſti in einigen ohne das Wort, denn das würde die Erſcheinung Chriſti unnöthig machen, und ſetzt hinzu: „Dieſe unſere Behauptung beruht auf dem Zeugniß der Schrift"; ſein Grund dabei ſei: „Nicht etwa nur die Abſicht, uns gegen einige Schwärmer ſicher zu ſtellen. Aber wohl können wir erſt vermittelſt dieſes Satzes die Gefähr⸗ lichkeit der Schwärmerei über dieſen Punkt vollkommen einſehen." Das hat ja etwas lutheriſchen Klang. Die Bewunderer Schleiermachers, und dazu zählt der ganze Schwarm der neueren Theologen nach ihm, die von ihm den feierlich beſtätigten Freibrief ihrer theologiſchen Willkür datiren — nehmen ſolche Reden ernſt. Wir können es nicht. Schleiermacher iſt einem Feuerwerksmeiſter gleich. Wie ein Feuerwerksmeiſter etwa eine intereſſante Ruine mit bunten Feuern beleuchtet, ſo führt Schleiermacher die Ruinen der Schrift⸗ und Kirchenlehre in intereſſanter Beleuchtung vor. Was Schleier⸗ macher als Schrift⸗ und Kirchenlehre bringt, iſt nicht die Schrift⸗ und Kirchenlehre. Es ſind Ruinen derſelben. Und ſie ſtehen auch nicht da in der Glaubenslehre von Schleiermacher als Gegenſtände eines heilig ernſten Intereſſes, ſondern als Gegenſtände der dialectiſchen Kunſt, der ſtetigen ebenſo bewundernswerth harmlos ſich anſpinnenden als fein ausgeſponnenen Umdeutung in ihr völliges Gegentheil. Dieſen Eindruck haben auch andere Beurtheiler empfangen. So ſagt Flügel (in: Speculative Theologie der Gegenwart, 1888): „Und kann man es überhaupt mit dem Böſen leichter nehmen, als dies von Schleiermacher und Rothe geſchieht?" (S. 420.) „Allein gerade dieſer theoretiſche Unterbau iſt Schuld daran, daß die theologiſchen Ethiken (Sittenlehren) ſeit Schleiermacher . . . ſchon durch ihre ganze künſtliche Zurüſtung der Ethik JEſu Chriſti höchſt unähnlich ſind." — „Da möchte man dem Prediger Saurin recht