# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 35 b. Thomas Münzer, 1490 zu Stolberg im Harz geboren, war ein grober Schwarmgeiſt, weil er Schrift und Sacrament als Vermittler des Heiligen Geiſtes verwarf. Seine Methode, den Geiſt zu erlangen, war die ſchon beſchriebene Entgrobung und Emploßung und Langeweil. Das Wild⸗ ausarten ſeiner Schwarmgeiſterei iſt aus der Geſchichte ſattſam bekannt. Wer allen Glauben, wie Luther, nur vom geſchriebenen Wort abhängig macht, fällt, nach Münzer, dem Heiligen Geiſt ins Handwerk. c. Andreas Carlſtadt hat auch geſchöpft aus den alten Myſtikern. Sein Auftreten wurde aber um ſo übler und gefährlicher, ſeitdem er mit Münzer bekannt wurde. Seine Geiſterei beſchreibt Luther als grobe Schwärmerei (VIII, 234): „Denn man weiß nicht allein, was ihnen die Mönche träumen ließen, die ſich mit Faſten und Beten dazu" (zum Empfang des Geiſtes nach Art der Myſtiker) „bereiteten; ſondern auch derer Schwär⸗ mer, Thomä Münzers, Carlſtadts ꝛc. Opinion und Dünkel. Denn dieſe rühmten ſich für andern, ſie allein hätten reine Lehre, ſie verachteten das Predigtamt, welches Gott in ſeiner Kirchen geordnet, auch für und für erhalten hat, wollten es beſſer machen, verkrochen ſich in die Winkel, ſpeculirten und gaukelten mit ſelbſterwählter Schwärmerei." Nun könnte man denken, dies Urtheil Luthers ſei nicht zutreffend, da Carlſtadt doch ſeine Zeit hatte, wo er ſo ganz auf die Schrift pochte, daß er jeden Buchſtaben ſelbſt im Moſe und in den Vorſchriften der Apoſtel wollte ausgeführt haben. Dies führte ihn ja zur Bilderſtürmerei. Doch es war bei Carlſtadt nur ein Wechſel der Methode für den ihn regierenden Schwärmergeiſt. Erſt verfiel er in eine ganz unſchriftmäßige Buchſtäbelei, um die Ideale ſeiner Schwärmerei von der reinen Kirche und dem rechten chriſtlichen Leben aus⸗ zuführen. Hernach war ſeine Methode Emancipation von der Schrift mit dem ohne Mittel durch den Geiſt in die Wahrheit geleiteten eigenen Geiſt. Das Licht der Bibel fällt bei Carlſtadt durch ein Glas, das iſt, durch ſeinen ſchwärmeriſchen Verſtand, der endlich zur kirchlichen Anarchie führt. Da⸗ durch, daß Carlſtadt die neuteſtamentliche Kirche geführt und regiert haben wollte nach den Vorſchriften Gottes für den altteſtamentlichen Haushalt, bewies er, daß er in ſchwärmeriſcher Weiſe das Wort Gottes führte, wie es Gott nicht geführt haben will. d. Caspar Schwenckfeldt, von Oſſig, war geboren in Schleſien im Jahre 1490, war alſo auch ein Zeitgenoſſe Luthers. Er ſtempelt ſich ſelbſt als einen groben Schwärmer, indem er behauptet, die geiſtliche Er⸗ kenntniß kommt nicht durchs Wort Gottes, ſondern durch die myſtiſche Be⸗ trachtung und Verſenkung. Er verwirft ausdrücklich die Nothwendigkeit und Wirkſamkeit der Gnadenmittel. Der Glaube wird ohne Mittel gegeben. Der Weg dazu iſt das geiſtliche Fühlen, die innere Empfind⸗ lichkeit der Gnade. Damit das zu Stande kommt, muß der Menſch ganz aller Dinge ledig und aller Creatur entnommen werden. Dann wird er des Einſprechens der Gnade und des Geiſtes theilhaftig. Hieraus erklärt