# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 33 des Pabſtes 15 Namen aufgezählt, darunter: „Hoherprieſter, Fürſt der Prieſter, Stellvertreter Chriſti, Haupt des Leibes der Kirche, Fundament des Kirchgebäudes, Vater und Lehrer aller Gläubigen, Bräutigam der Kirche, Univerſalbiſchof." Lib. IV, Cap. I: „Der Pabſt iſt der höchſte Richter in den Streitfragen über Glauben und Sitten." In § 4 erinnert er, daß er ſchon im Abſchnitt über das Wort Gottes gezeigt habe, daß die Schrift nicht Richterin ſei, ſondern die Kirche, das heißt, „die Kirchen⸗Prälaten", allerdings aber im Concil. — Dann werde er im Abſchnitt von den Concilien zeigen, daß das Urtheil eines Concils dann erſt feſt und gültig ſei, wenn es die Beſtätigung des Pabſtes erhalten habe, ſintemal das letzte Gericht dem Pabſt zuſtehe. Lib. IV, Cap. XXIII führt er aus, daß wie die Apoſtel alle Gewalt (jurisdictio) von Chriſto hatten, ſo ſteht es (Cap. XXIV) mit dem Pabſt: Alle Biſchöfe empfangen die Jurisdictio vom Pabſt. Und dies wird gerade aus dem Weſen der Kirche als geiſtlicher Hierarchie erwieſen. Einer muß die Quelle für alle andern ſein. Ganz energiſch wird der Satz bekämpft, daß die Biſchöfe ihre Rechte unmittelbar von Gott und nicht vom Pabſte hätten. Daß da, wo die Papiſten von der Macht der Kirche reden, immer der Pabſt verſtanden wird, ſagen die Päbſtiſchen rund heraus. So ſagt Gregor de Valentia Tom. III in Thomam: „Unter dem Namen der Kirche verſtehen wir deren Haupt, den römiſchen Pabſt." Bellarmin ſagt dasſelbe in ſeinem Lib. III de verbi divini interpretatione Cap. III, § 11 und 12. Erſt ſagt er: „Die Schrift muß aus dem Geiſt ausgelegt werden", und die Frage ſei nun (§ 12), wo der Geiſt ſei? Antwort: „In der Kirche, das heißt, beim Pabſt mit dem Concil, das heißt, nach Lib. IV de summo pontifice C. II: Beim Pabſt ohne Concil, bei dem Pabſt allein. Denn die Unfehlbarkeit ruht nicht im Concil der Biſchöfe, ſondern allein im Pabſt. Und das hat das Vati⸗ caniſche Concil vom Jahre 1870 beſchloſſen. Daß der Widerchriſt gewiſſenbindende Geſetze für Glauben und Leben machen kann und darf, wird ebenſo offenbar von den Papiſten ausgeſagt. Bellarmin antwortet auf den Einwurf der Unnöthigkeit ſolcher Geſetze, weil ja die Kirchen das Evangelium hätten, oder wie er es nennt, das evan⸗ geliſche Geſetz hätten: „Dieſe Geſetze ſind zu allgemein und genügen nicht, unſere Handlungen (actiones) zu dirigiren, wenn ſie nicht in ent⸗ ſprechender Weiſe partikulare gemacht werden. Daher das Tridentinum in ſeiner fünften Sitzung und Beſchlußnahme über den Empfang des heiligen Abendmahls unter Einer Geſtalt Cap. 2 erklärt, daß die Kirche, alſo der Pabſt, Gewalt habe, in der Verwaltung der Sacramente das zu ändern, was mehr zum Nutzen der Genießenden und zur Werthhaltung des Sacra⸗ ments beiträgt, und im II. Canon diejenigen verdammt, welche nicht an⸗ erkennen, daß aus gerechten Urſachen der Pabſt die Aenderung des heiligen Abendmahls, das heißt, die Kelchentziehung eingeführt habe. Alle, welche alſo nicht glauben wollen, daß der Pabſt die Aenderung hat machen müſſen