# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung Gottes, den Pabſt als Quelle, Ausleger und Richter der Schrift an⸗ nehmen, ja auch als alleinigen Ueberſetzer der Schrift, indem der Pabſt die lateiniſche Bibelüberſetzung, Vulgata genannt, für die alleingiltige editio der Kirche erklärt hat. Wer darüber zum Grundtext gehen will, ſoll verflucht ſein. Auch ſind alle Prälaten der römiſchen Kirche, vom Prieſter bis zum Cardinal, allzeit frech und dumm, bis Licht und Weisheit in alle Glieder der Hierarchie gebracht wird durch einen Ausſpruch des allein klugen Pabſtes. Die von Luther vorgelegten grob ſchwärmeriſchen Grundſätze des Pabſt⸗ thums ſind wirklich vom Widerchriſten ausgeſprochen. Daß der Pabſt der Herr der Kirche iſt, ſagt das Tridentinum Seſſ. XXII, Canon 6: „So jemand ſagen wird, in der katholiſchen Kirche ſei die Hierarchie nicht durch göttliche Stiftung eingeſetzt, daß ſie beſtehe aus Biſchöfen, Presbytern und Dienern, der ſei verflucht." Nun aber, der Pabſt iſt der höchſte Biſchof. Wie Petrus das Haupt iſt aller Apoſtel, ſo iſt der Pabſt das Haupt aller Apoſtel. Man höre darüber nur die römiſchen Ausleger. Der Verfaſſer eines Buchs, welches die Gründe der Ablehnung des Tridentinums enthält, führt aus den Canoniſten eine ganze Anzahl Stellen über die höchſte Gewalt des Pabſtes an, als: Seine Macht ſei die höchſte, er habe darin nicht ſeines Gleichen, er habe dieſelbe Lehrautorität (consistorium) mit Gott und dieſelbe Gerichtsautorität (tribunal) mit Chriſto. Bellarmin wendet in der Vorrede zu ſeinem Buch De summo episcopo (Tom. III, 279) auf Petrus, das heißt aber auf den Pabſt den Spruch Jeſ. 28, 16. an: „Siehe, ich lege in Zion einen Grundſtein, einen bewährten Stein, einen köſtlichen Eckſtein, der wohl gegründet iſt." Hernach führt er aus Lib. II, Cap. 12 an: „Der Pabſt iſt in der kirchlichen Monarchie oder Hierarchie divino jure (aus göttlichem Recht) der Nachfolger. Er iſt § 1 der Nachfolger im Primat der ganzen Kirche." § 26 wird von der apoſtoliſchen Gewalt, wonach die Apoſtel von Gott ſelbſt gelehrt ſind und heilige Bücher ſchreiben können, ſehr zahm geſagt, daß ſie nicht paſſe zum römiſchen Pabſt, weil neue Offen⸗ barungen nicht täglich nöthig ſeien. Aber die höchſte Gewalt über die ganze Kirche habe der Pabſt. Cap. XIX, § 1 legt er dem Pabſt die Autorität bei, Geſetze zu geben, zu dispenſiren und zu ſtrafen auch die größten und edelſten Söhne der Kirche. Alle Päbſte hätten auch Geſetze gegeben. Er führt Hilarius an, welcher als Vorſitzer im Römiſchen Concil geſagt habe: Niemand ſteht von Gott das Recht zu, ohne Gefahr für ſeinen Stand, die göttlichen Conſtitutionen oder die Decrete des apoſtoliſchen Stuhles zu beanſtanden. Anaſtaſius erkläre die Erfüllung der päbſtlichen Erlaſſe für nöthig zum Heile. „Wer den Pabſt nicht zum Vater hat, hat die Kirche nicht zur Mutter." Cap. XXVI, § 1: „Der römiſche Pontifex kann von niemand auf Erden gerichtet werden." § 3: „Es iſt ein Irrthum des Nilus, daß der Pabſt in einem Concil gerichtet werden kann." § 4: „Der Grund iſt, weil er der Oberſte der Kirche iſt." Cap. XXXI, § 1 werden