# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 31 hergezogen, daß ſie ſagen: Es ſteht nicht alles in der Schrift, das man glauben, thun und laſſen ſoll, ſondern der Heilige Geiſt ſoll noch viel Dinge lehren, das Chriſtus nicht gelehrt hat; welches doch ſtracks wider den Hei⸗ ligen Geiſt iſt, und eben gar widerſinniſch. Denn Chriſtus ſpricht alſo: Er wird euch lehren und erinnern alles des, das ich euch geſagt habe. . . . Wie ſollen wir denn leiden, daß der Pabſt und Biſchöfe zufahren und ſagen: daß der Heilige Geiſt lehre, was ſie ſetzen?" Wieder ſchreibt Luther (XVII, 139): „Weil ſie denn ſehen, daß ſie ein Concilium nicht hindern, noch mit einigem Recht abſchlagen können, er⸗ dichten ſie, der Pabſt ſei über dem Concilium, ohne welches Autorität oder Gewalt kein Concilium verſammelt, keins die Länge währen, keins jemand verbinden noch verſtricken könne, ſondern kraftlos und untüchtig ſei, ichtes zu ſchließen und ordnen. Dagegen aber, daß der Pabſt eine gewiſſe Regul der Wahrheit ſei und Macht habe, die heilige Schrift zu verſtehen und deuten ſeines Gefallens." In Luthers Schrift Wider das Pabſtthum 1520 leſen wir (XVII, 484): „Es iſt uns übrig genug in der Bibel geſchrieben, wie wir uns in allen Dingen halten ſollen. . . . Und ob ſchon viel Gutes darinnen (in den Decre⸗ ten und Decretalien des Pabſtes) wäre, ſollte es dennoch billig untergehen, darum daß der Pabſt alle geiſtlichen Rechte in ſeines Herzens Kaſten gefangen hält, daß hinfort eitel unnütz ſtudiren und Betrug darinnen iſt. Heut iſt gemein Menſchen Recht nicht das in Büchern, ſon⸗ dern was in des Pabſtes und ſeiner Schmeichler Buthwill ſteht. Haſt du eine Sache im geiſtlichen Recht, gegründet aufs allerbeſte, ſo hat der Pabſt darum scrinium pectoris (Herzenskaſten), darnach muß ſich lenken alles Recht und die ganze Welt." Endlich ſchreibt Luther (XX, 271): „So ſind auch viel, die da leh⸗ ren, daß er über die heilige Schrift ſei, mag ſie deuten und ändern, wie er will; als er denn auch gethan hat und rühmt ſein heiliges geiſt⸗ liches Recht, daß die heilige Schrift habe das von ihm, daß ſie hei⸗ lige Schrift heiße und bei den Chriſten gelte; denn wo er ſie nicht beſtätigt hätte, ſo würde ſie nichts gelten, noch die heilige Schrift ſein mögen." Das iſt alſo Luthers Bild vom Pabſtthum, worin er die Grundſätze der groben Schwarmgeiſterei des Widerchriſts darlegt, nämlich: a. der Pabſt iſt Herr und Richter in der Kirche über alles. b. Niemand kann ihm etwas vorſchreiben, noch ihn richten; ſondern er hat aus Kraft der innewohnenden Wahrheit (scrinium pectoris) die Macht, Lehre und Geſetze zu geben und alles zu richten. c. So iſt er nicht nur der höchſte, ſondern der einzige maßgebende Lehrer und Ausleger der heiligen Schrift, ja er gibt auch erſt der Schrift die Autorität. d. Denn der Pabſt iſt unfehlbar und kann in Sachen, die den Glauben und das Leben der Chriſten angehen, nicht irren. Bei Androhung des ewigen Fluchs ſoll die Gemeinde Gottes, die Kirche