# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung wird, denn daß niemand den Pabſt richten ſoll), daß er allein Gewalt haben ſoll, die Schrift auszulegen und zu erklären den Glauben, auf daß nicht einmal offenbar würde ſeine Bosheit, durch Offen⸗ barung ſeiner Greuel, ſo ein anderer auch den Glauben und die Schrift auslegen wollte." Weiter ſchreibt derſelbe Luther (VII, 543): „Daher läßt er dieſe Unſinnigkeit manchmals aus in ſeinen geiſtlichen Rechten und ſagt: Der niedrige Stuhl mag nicht richten den Oberſten. Hierher gehört das Capitel: Cuncta per mundum novit ecclesia, quod de sententia Ro- manae ecclesiae non liceat judicare, das iſt: Es weiß die ganze Kirche in aller Welt wohl, daß man nicht richten ſoll über ein Urtheil, das von der Römiſchen Kirche gefället und erkennet iſt. . . . Heißet nicht das wagen dür⸗ fen eine unerhörte Thürſtigkeit, daß ein einiger gottloſer Menſch, und ein ſo unchriſtlicher, der mit allen Laſtern überladen iſt, dazu der allerungelehrteſte und größte Narr, ſich ſo hoch vermeſſen darf, daß ihn niemand rich⸗ ten ſoll, daß er allein nicht irren möge, und daß er alle an⸗ dern richten ſolle? Eben das haben ſie gewollt, daß ſie uns lehrten dieſe allerverfluchteſte Läſterung, alſo, daß der Pabſt ſei über ein Con⸗ cilium, daß er allein die Schrift auslegen möge, daß man auf ſein Urtheil mehr geben ſoll, denn auf das Urtheil der ganzen Chriſtlichen Gemeine oder Kirche." Abermals ſchreibt Luther (VII, 544): „Dieweil nun der König von Geberden und verſtändig auf Fürſchläge alle Dinge thut nach ſeinem Sinn und nichts zuläßt gehen nach dem Gericht und Urtheil der Schrift, ſo muß von nöthen folgen, daß St. Paulus nichts gelten ſoll, ſondern gar unnütz und vergebens geſagt und geſchrieben habe 1 Cor. 14.: ‚So aber eine Offenbarung geſchieht einem andern, der da ſitzet, ſo ſchweige der erſte.' . . . Wie hält ſich aber der Pabſt hier? Er ſpricht: Es geſchieht keine Offenbarung einem andern, der da ſitzt, ſondern ich bin der erſte: ich ſoll und will allein reden. Die andern müſſen mir alle zu⸗ hören. Weiter ſagt er: Die andern ſollen nicht richten; ſondern ich will weiſſagen, und die andern müſſen alle von mir gerichtet werden. Wir von Gottes Gnaden ſind der Meiſter, der Prophet und Statt⸗ halter Gottes, unſer iſt die Macht zu reden, wie am 12. Pſalm ge⸗ ſchrieben ſteht." Zu 1 Moſ. 12, 4. ſchreibt Luther (II, 21): „Darwider (daß man Gott mehr als Menſchen gehorchen müſſe) ſagt er aber: Ich bin das Haupt und HErr der Kirchen und ſtehet geſchrieben: Wer euch höret, der höret mich. Daß derohalben der Pabſt auch ein Herr über das Wort ſein will und alles ſeinem Wohlgefallen nach binden und auflöſen, das iſt, Geſetze fürſchreiben und gebieten." Ferner ſchreibt Luther (XIII, 692): „Was ſoll er (der Heilige Geiſt) aber thun? Er ſoll alles lehren und erinnern. Da haben unſere Gelehrten