# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 29 dem Wort der Schrift erſt Credit und beſtätigt es — damit ſetzt er ſich über Gott. Wenn der Pabſt ſagt, indem er als Statthalter Chriſti auf Erden regieren will: Wer meine Geſetze nicht hält, die verpflichtend ſind für alle Gewiſſen, kann nicht ſelig werden — das macht das Pabſtthum zur groben Schwärmerei. Denn Pſ. 138, 2. heißt es: „Du haſt deine Ehre über alles groß gemacht durch dein Wort." Durchs Wort ſteht alſo Gottes Majeſtät aufs höchſte und erhabenſte in der Welt da. Erhebung über das Wort iſt Erhebung über Gott. Sich die Autorität des göttlichen Wortes beilegen, heißt ſich als Gott in den Tempel Gottes ſetzen. Und der legt ſich die Autorität des göttlichen Wortes bei, der theils über den Wahrheits⸗ inhalt dieſes Wortes und der darauf gegründeten Lehre entſcheiden, theils gleichſam eine Quelle der Wahrheit für Glauben und Leben ſein will. Hier⸗ mit iſt im Grunde die Schrift aus dem Mittel gethan und an ihre Stelle die Autorität des Menſchen der Sünde geſetzt. Und das iſt die grobe Schwarm⸗ geiſterei des Pabſtthums. Luther ſchreibt zu Daniel 8, 24. (VII, 526): „Die Hülfe und Mit⸗ wirkung des geiſtlichen Standes iſt die, daß ſie dem Pabſt, beide mit Stu⸗ diren und Lehren dienen, dahin daß ſeine Geberden und Fürſchläge geſtärkt und erhalten werden. Denn er (der Pabſt) läßt unverſonnen ſeine Für⸗ ſchläge von ſich ausgehen. . . . Weder er noch die Seinen gedenken, daß ſie etwas Guts oder Rechts reden; ſondern iſt genug, daß es geſagt heiße, trotzen und verlaſſen ſich auf den tollen Wahn der Leute, da ſie ſagen, wie der Pabſt nicht irren möge. . . . So nun jedermann des beredet iſt, wie dieſer König von Geberden nicht irren möge, ja auch die allergelehr⸗ teſten, die allerverſtändigſten und Geiſtlichſten, da nehmen ſie auf mit un⸗ ſäglichem Fleiß und Ehrerbietung ſeiner Fürſchläge greulichen Miſt, Geifer und Dreck. Darnach, dieweil ein Narr nichts anderes denn närriſch reden kann, müſſen ſie ſich begeben in die ſchwere, mühſelige Arbeit, zu gloſſiren, zu lenken, zu deuten, zu reimen, hin und her zu ziehen, daß ſich's ja anlaſſe, als ſei es recht, was der trotzige Narr oder Trunkenbold ausſpeiet. . . . Darum ſorget er auch nicht dafür, es thut ihm auch nicht noth, daß ſein Thun geſtärket ſei durch eigene Kraft. Er ſpeie nur frei daher, ob er ſchon darzu ſchlafe und ſchnarche, ſo haben wir alsbald einen Artikel des Glaubens, durch ſolche fremde Hülfe bekräftigt, der in der ganzen Kirche ſoll gehalten werden. Daher ſind aufkommen dieſe Worte desſelbigen Greuels, damit der Pabſt in ſeinen Bullen ſagt: De proprio motu, das iſt, wir thun es aus eigener Bewegniß Päbſtlicher Heiligkeit; de certa scientia, das iſt, mit gutem Gewiſſen und Erkenntniß; item de plenitudine potestatis, das iſt, aus vollmächtiger Gewalt, die er hat und gebrauchen mag. . . . Denn alle ſeine Sachen darf man weder richten noch urtheilen, man muß es alles mit Gehorſam und Unterthänigkeit leſen und hören. . . . Und das iſt's eben, daß der Teufel in den geiſtlichen Rechten gefürchtet und verboten hat (damit nichts geſucht