# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung alſo hat Gott die Welt geliebt — wenn Gott ſo geſagt hat, ſo hat es nichts zu bedeuten, der geheime Wille muß es entſcheiden. — Andere verſteckte Schwärmer gehen ſo zu Werk. Da ſteht das Wort Gottes: „So erbarmet er ſich nun, welches er will, und verſtocket, welchen er will. So ſagſt du zu mir: Was ſchuldiget er denn uns? wer kann ſeinem Willen widerſtehen? Ja, lieber Menſch, wer biſt du denn, daß du mit Gott rechten willſt?" Röm. 9, 18—20. Abermals ſteht geſchrieben: „Den erwählten Fremd⸗ lingen nach der Verſehung Gottes des Vaters durch die Heiligung des Geiſtes zum Gehorſam und zur Beſprengung des Blutes JEſu Chriſti." 1 Petr. 1, 2. Wiederum ſteht geſchrieben: „Und wurden gläubig, wie viel ihrer zum ewigen Leben verordnet waren." Apoſt. 13, 48. Dieſe Worte Gottes ſtehen da. Was machen nun die neueſten verſteckten Schwärmer damit? O, ſprechen und ſchreiben ſie, ſolche Worte, die vom ſonderlichen Geheimniß einer Wahl Gottes lauten, muß man nicht als ſonderliche Worte nehmen, ſondern als ſolche, die nichts anderes ſagen als alle Sprüche vom allgemeinen Liebeswillen Gottes und ſeiner allgemeinen Gnadenordnung. Die Greulichkeit der Schwarmgeiſterei tritt darin deutlich hervor. Gott hat nicht die Engel erlöſen laſſen, ſondern Menſchen; für Menſchen hat Gott den Heilsweg durch Chriſti Blut und Tod erfunden und das Reich geſtiftet, darinnen gerade die Menſchen ſeiner Gnade ſollen theilhaftig werden. Daß nun das Wort dieſe Gnadenthat Gottes rühmt und preiſt, das iſt die größte Ehre, der höchſte Preis dieſes Worts. Da kommen aber nun eben dieſe Menſchen und werfen, ſo viel an ihnen iſt, alles über den Haufen, was Gott geſtiftet hat, als ein eitel Ding, ſammt Evangelio und Chriſtus, der auch ſchließlich nur ein eitler Name iſt. Die Schwarmgeiſterei iſt ein ſtetes An⸗ laufen gegen die höchſte Herrlichkeit der göttlichen Gnade. — Die verſchiedenen Geſtalten der Schwarmgeiſterei ſind: A. Die grobe (ausgeſprochene) Schwarmgeiſterei. 1. Die widerchriſtiſche Schwarmgeiſterei. Daß das Pabſtthum Schwarmgeiſterei ſei, grob und unverhüllt, ſagt uns Gottes Wort deutlich 2 Theſſ. 2, 4.: „Der da iſt ein Widerwärtiger, und ſich überhebt über alles, das Gott oder Gottesdienſt heißet, alſo, daß er ſich ſetzt in den Tempel Gottes, als ein Gott, und gibt ſich vor, er ſei Gott." Fragen wir: Wie kann ſich eine endliche Creatur über den un⸗ endlichen Gott ſetzen, Gott austreiben und ſubſtantiell ſich an ſeine Stelle ſetzen? Antwort: Das kann keine Creatur, auch nicht, wenn ſie in Gewalt des Teufels handelt. Weſentlich kann niemand Gott hinausdrängen. Aber wir wiſſen, Gott hat ſeine Majeſtät äußerlich wahrnehmbar auf den Thron der Majeſtät in ſeinem Wort geſetzt, wahrnehmbar und erkenntlich. Nun kann ſich jemand über Gott ſetzen. Der Pabſt ſagt herrliche Dinge vom Wort; aber, ſpricht er, ich bin noch über dem Wort; mein Wort ſchafft