# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 27 ten zu Wittenberg können nichts, denn predigen, das äußerliche Wort hoch heben, darum folget bei ihnen weder Glaube, Liebe, Geduld noch andere gute Früchte. Aber wir haben den Geiſt (ſagen ſie), der wirket in uns Glaube, Liebe, Geduld, Verachtung zeitlicher Ehre und Güter, Beſtändig⸗ keit in allen Trübſalen, Noth und Tod. Es ſind hoffährtige, vermeſſene Heuchler" ꝛc. Und in den Schmalkaldiſchen Artikeln III, 8 redet Luther alſo: „Das iſt alles der alte Teufel und alte Schlange, der Adam und Heva auch zu Enthuſiaſten machte, vom äußerlichen Wort Gottes auf Geiſterei und Eigendünkel führet, und thät's doch auch durch andere äußer⸗ liche Wort. Gleichwie auch unſere Enthuſiaſten das äußerliche Wort ver⸗ dammen und doch ſie ſelbſt nicht ſchweigen, ſondern die Welt vollplaudern, gerade als könnte der Geiſt durch die Schrift oder mündlich Wort der Apoſtel nicht kommen, aber durch ihre Schrift und Wort müßt er kommen." Dieſes Zwingen Gottes von Seiten der Schwarmgeiſter wurde mit dem Zauberweſen verglichen, das oft in unſern, auch alten, Gemeinden mehr zu finden iſt, als wir glauben. Dieſe Zauberer, Blutſtiller, Puſter und Be⸗ ſprecher ſagen: Für leibliche Hülfe iſt das, was Gott an die Hand gibt (Ge⸗ bet, Medicin, Aerzte), gleich Nichts. Die Schrift ſagt: Alle Dinge ſind möglich dem, der da glaubt. Aber der Glaube, der Gottes Wort traut, und das einfache Bitten und Flehen richtet nach der Meinung der alten Zau⸗ berinnen und Beſprecher nichts aus, ob man ſchon den heiligen Namen nach Gottes Anweiſung braucht. Aber die heiligen Namen mit der Zauberer Sprüchen und Formeln gebraucht, die thun's. Sie haben dazu feſtes Ver⸗ trauen, wie zu keiner Zuſage Gottes vom Glauben und Gebet des Glaubens. Hie muß die Hülfe kommen. Und da ſie doch nie wollen die Heilungen durch ihr Beſprechen als ein Werk des Teufels gelten laſſen, ſo bleibt als ihre Meinung nur dies übrig: Die Beſprechungen der Zauberer und die Formeln, darin ſie die heiligen drei Namen gebrauchen, üben einen ſolchen Zwang und Gewalt in Gott aus, daß er helfen muß. Juſt ſo die Schwarm⸗ geiſterei. Sie iſt der ſcheußlichſte Ungehorſam, iſt, wie die Schrift den Un⸗ gehorſam nennt, eine Zaubereiſünde. Gleich der Zauberei in den Krank⸗ heitsbeſprechungen und ähnlichen Dingen, wollen die Schwärmer Geiſt und Geiſtesleben und Himmelsherrlichkeit Gott ab⸗ und zu ſich zwingen. c. Endlich liegt in der Schwarmgeiſterei die allergrauenhafteſte Gottes⸗ läſterung. Man kann Gott doch wohl kaum ſchrecklicher läſtern, als indem man erklärt: Was du in deinem Worte ſagſt, das iſt nicht wahr. Die Schwärmer machen Gott zum Lügner. Wenn Gott ſagt: Durch mein Wort will ich den Geiſt geben, mein Wort ſoll nicht wieder leer zu mir kommen, ſo ſagen die Schwärmer: Ja, es ſteht wohl da, aber damit kann man nicht viel machen. Das iſt aber nichts anderes als das alte Teufelswort: Sollte Gott geſagt haben? So ſagen heute die verſteckten Schwarmgeiſter zu den Worten: Ich will nicht den Tod des Sünders, ich will, daß allen Menſchen geholfen werde,