# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 25 gefleißigt, Sprüche aus der Schrift zu führen, wiewohl ſie falſch damit um⸗ gegangen. Aber Dr. Carlſtadt hat nur τοῦτο (Tuto) und Tatto, Punkt und Buchſtaben und eigne Gloſſe aus ſeinem Kopf, nicht einen einigen Spruch der Schrift. So bekennen die Papiſten, daß im Sacrament nicht der Vernunft, ſondern Gottes Wort zu folgen ſei. Aber Dr. Carlſtadt raffelt auf und trägt zuſammen alles, was Vernunft hierinnen zeigen, lehren, richten kann; ſind mir das nicht fröhliche Propheten und himmliſche Geiſter?" Wie gerechtfertigt dies Urtheil iſt, zeigt die Regel, welche Schwenk⸗ feldt für den rechten Verſtand der Abendmahlsworte aufſtellt und Luther (XXI, 442) alſo bringt: „Der vierte (nämlich von den ſieben Schwarm⸗ geiſtern gegen das Abendmahl), Stenkfeldt, ließ ſich dünken, ſein Stank wäre Theſen in aller Welt, bracht aus dem vierten heiligen Geiſt dieſe Regel: Man muß dieſe Worte (das iſt mein Leib) aus den Augen thun; denn ſie hindern den geiſtlichen Verſtand." Welch eine teufliſche Scheuß⸗ lichkeit, wenn man bedenkt, daß nach der Schrift ſelbſt gerade Gottes feſtes geſchriebenes Wort es iſt, das allein die Hinderniſſe wegnehmen kann, die der Erleuchtung des Heiligen Geiſtes im Wege ſtehen. Daher man gerade auf das Wort achten muß, will man wohl und recht thun vor Gott. Luther ſpricht dies auch aus. Zuerſt ergießt er ſeinen vernichtenden Spott über Schwenkfeldt: „Dieſe Regel mußt du wohl merken, willt du ein Theologus werden, nämlich, wo die hellen Wort Gottes deinen Verſtand hindern, daß du einen andern ſucheſt, der dir gefalle, und dann ſageſt, es ſei der Heilige Geiſt; darnach die Worte ordneſt und deuteſt, wie dich's gut dünkt. Als, hie mußt du zuvor den hohen, geiſtlichen Verſtand faſſen, daß Brod Brod ſei, Wein Wein ſei, welches kein Papiſt noch Luther je verſtanden hat, auch kein Bäcker noch Kretzmeier" (Groceriſt). Aber weiterhin ſagt dann Luther: „Ueber dieſe" (nämlich ſieben Geiſter) „ſchweift um⸗ her noch ein übriger heiliger Geiſt, denn der Teufel iſt hei⸗ lig und ein großer Geiſt, der ſagt alſo: Es ſei hie kein Artikel des Glaubens, darum ſollt man nicht darum zanken, ein jeder mocht hie glau⸗ ben, was er wollte. Dieſer heilige Geiſt dünkt mich ein junger heiliger Geiſt ſein, welchen der alte heilige Geiſt Stenkfeldt ausgeheckt und ausgebrütet hat. Denn er hält fein die Regel Stenkfeldts und thut nicht allein den Text aus den Augen, ſondern wirft ihn hinter ſich weg, mit Glauben und allem, wie eine taube Nuß, macht nichts anderes daraus." a. Die Greulichkeit der Schwarmgeiſterei erhellt zunächſt aus ihrem frechen Meiſtern der Weisheit Gottes, die uns das Wort gegeben hat, um uns dadurch zur Vollendung im Geiſt und in der Hoffnung zu führen. Nun iſt das Wort Gottes etwas Wunderbares, iſt ein Werk, eine Creatur des Heiligen Geiſtes. Wie Chriſti, des Gottmenſchen, Menſchheit ein Ge⸗ ſchöpf iſt des Schöpfers, und doch eben dieſe Menſchheit Trägerin der Gottheit iſt — ſo iſt die heilige Schrift Geſchöpf und Trägerin des Heiligen Geiſtes. Das Wort Gottes iſt zwar vor uns im Schall menſchlicher Worte,