# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung c. Auch ſollen wir nicht meinen: Wir wiſſen wohl der Schwarm⸗ geiſterei zu begegnen. Aus uralter Zeit ſind wir vertraut damit, welche Worte der Schrift wir als Schutz und Trutz brauchen ſollen und wie wir dieſelben anzuwenden haben. Alſo ſollen wir ja nicht ſelbſt genügſam ruhen wollen, ſondern uns nach dem Axiom halten: Willſt du den Frieden, ſo bereite den Krieg. Daher ſollen wir mit allem Ernſte göttlicher Sorgfalt fortfahren, uns aus Gottes Wort zu rüſten. d. Endlich ſollen wir uns nicht damit begnügen, von den Burgmauern und Zinnen der lutheriſchen Kirche hinauszuſchauen auf die Burgen der falſchen feindlichen Kirchen, um zu erfahren, was ſie wieder uns bereiten. Nein, wir ſollen auch Einſchau halten in unſere eigne Stadt, Einblick thun in unſer lutheriſches Zion nach St. Pauli Mahnung: „Aus euch ſelbſt werden falſche Lehrer aufſtehen, die verkehrte Lehre reden." Bei uns ſelbſt müſſen wir auch die Frage ſtellen: Ob man nicht will Dinge aus eigenem Gutdünken ſchaffen, die nur Gottes Wort ſchaffen kann. Durch das Wort unſers Gottes und durch fleißiges Treiben desſelben ſollen wir daher uns vom Heiligen Geiſte ein immer feineres Gehör bereiten laſſen, daß wir auch die leiſeſten Anfänge der Schwarmgeiſterei bei uns merken und denſelben wehren. — Theſis II. Die Schwarmgeiſterei iſt immer ein greuliches Uebel, ob⸗ ſchon ſie nicht in allen ihren Geſtalten auf den erſten Blick ſo erſcheint. Die Greulichkeit aller Schwarmgeiſterei. Warum iſt die Schwarmgeiſterei ein ſo greuliches Uebel? Weil mit derſelben der armſelige Menſch ſich einer Selbſterhebung gegen Gott, ja der Ueberhebung über Gott ſchuldig macht. Alle Irrlehre iſt greulich. Aber andere Irrlehrer hatten immer das Bedürfniß, mit der Schrift abzurechnen, nachweiſen zu wollen, daß ihre Irrlehre Schriftlehre ſei. Die Schwarm⸗ geiſterei ſetzt aber die Schrift als maßgebend ganz bei Seite; der Eigen⸗ dünkel der Schwärmer ſpricht: Die Schrift allein nützt nicht zu geiſtlichem Leben und Wandel. Luther hält uns das auch ſchon vor, indem er einen Vergleich zwiſchen Carlſtadt und dem Pabſtthum anſtellt und darthut, wie das an und für ſich ſchwarmgeiſtige Pabſtthum doch immer noch den Mantel der Schrift umhängen will. XIX, 208 ſchreibt Luther: „Nun wir Grund aus der Schrift gelegt und unſern Glauben beweiſet haben, daneben Dr. Carlſtadts Grund verlegt, wollen wir nun ſehen, wie fein er von dieſer Sache redet, da er beginnt die Vernunft zu Rathe zu nehmen, die ſagt ihm allererſt den rechten Grund. Denn Dr. Carlſtadt iſt nun viel toller worden, denn die Papiſten je geweſen ſind. Die Papiſten haben ſich doch allemal