# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1858_S280 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 280 Aus der General⸗Synode. Ehre sie angetastet haben. Wenn ihr so thut, werdet ihr bei Vielen gute Frucht schaffen. Wird dann doch der große Haufe sich verstocken, und die Zähne über euch zusammenbeißen, und laut schreien und sich die Ohren zuhalten und euch hinausstoßen — so laßt das in Gottes Namen über euch ergehn. Es ist dann euer Zeichen vor Gott und Menschen, daß ihr zur Zahl der auserwählten Zeugen Gottes gehört, denen es von jeher so ergangen ist. Was fragen wir nach Menschen, die eine Hand voll Staub sind und wie Schatten dahingehn? Gott dem Herrn allein, dem Ewigen und Anbetungswürdigen, sei Ehre, ihm allein wollen wir dienen und seinem Willen gehorchen. Der Ausgang steht dann in seiner Hand, und unser Sieg ist vollkommen gewiß, so gewiß als Gott wahrhaftig ist! Laßt euch nicht einschüchtern dadurch, daß man euch die Plattform vorhält und euch sagt: „die habt ihr unterschrieben, darum müsset ihr schweigen und dürfet nicht gegen dieselbe zeugen.“ Luther hatte auch dem römischen Papst Gehorsam und Treue geschworen. Wie oft hat man ihn, als er das Werk der Reformation begann und vollendete, „revolutionär“ genannt, wie oft hat man ihm den Eid vorgehalten, den er dem Papst geleistet hatte. Aber er war dessen eingedenk, daß er seinem Gotte in der Taufe ewige Treue geschworen hatte, und daß dieser eine Eid alle andern aufhebt, die demselben zuwider sind. Als er dem Papste Gehorsam gelobte, that er es mit irrendem Gewissen. Er hielt in seinem Irrthum den Papst für den Stellvertreter Christi und sein Wort für Gottes Wort. Er meinte darum, mit seinem Gehorsam gegen den Papst Gott einen gefälligen Dienst zu erweisen. Als er aber durch Gottes Gnade zur Erkenntniß des lautern Wortes Gottes kam, und er im Lichte desselben sah, wer der Papst eigentlich ist, und daß Gehorsam gegen den Papst Feindschaft und Empörung wider Gott ist, da scheute er sich nicht, den Papst in der Waffenrüstung Gottes mit frischem Muthe anzugreifen und kräftig wider ihn zu zeugen und — ihn zu stürzen. Er ging im Namen Gottes in den Kampf, und der Sieg war sein. Ihr treuen Söhne der lutherischen Kirche in der Generalsynode habt ganz dieselbe Stellung zu euerem papiernen Papste, zur unirten Plattform euerer Synode. Ihr habt sie angenommen in der Ueberzeugung, daß ihr damit Gott einen wohlgefälligen Dienst leistetet, ihr habt euch für sie mit irrendem Gewissen erklärt, da ihr nicht daran dachtet, daß euere Verpflichtung zu dieser Plattform im Widerspruch stünde mit der Verpflichtung, die ihr gegen eueren Gott in der Taufe übernommen habt. Nun aber erkennt ihr durch Gottes Gnade das Gegentheil, ihr seht, daß Gehorsam gegen die Plattform Ungehorsam und Empörung gegen Gott und sein Wort ist. Drum eröffnet nur frisch und tapfer den Kampf, der euch verordnet ist. Die andern Glieder der Generalsynode können euch mit keinerlei Recht einen Treubruch vorwerfen, wenn ihr so thut. Sie haben euch als getaufte Christen und als Glieder der lutherischen Kirche in ihren Verband aufgenommen und wollen es selbst sein, und wenn ihr mit euerm heiligen Beruf nun endlich einmal Ernst macht, so sollten euere Synodalgenossen euch das am wenigsten verargen. Im Gegentheil, sie sollten