# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung ſo will das ſchwarmgeiſtige Herz da auch nicht hinan und nicht verſtehen, daß die eherne Schlange jetzt nur Nehuſthan oder klein Küpferling ſein ſoll. Den Gottesdienſt nicht durch Gottes Wort, ſondern durch die eigenen Gedanken aufrichten — das iſt es denn auch, worüber der HErr ſo vielfach ſein Volk anklagt und ihm Zorn und alle Gerichte droht, daß die Iſraeliten ſein Wort verachten, als diene es ihnen nicht, oder ſei doch nicht das beſte Mittel zu aller Wohlfahrt, und dagegen die eigenen Gedanken rühmen und denſelben folgen. So klagt Gott durch den Propheten Jeſaias 59, 1—16. über ſein Volk und namentlich V. 13. über die Verſündigung: „Mit Ueber⸗ treten und Lügen wider den HErrn, und Zurückkehren" (das heißt, ſich ab⸗ wenden) „von unſerm Gott", (und dies iſt von ſeinem Wort); „und mit Reden zum Frevel und Ungehorſam, trachten und dichten falſche Worte aus dem Herzen." Und 65, 2. klagt Gott: „Ich recke meine Hände aus den ganzen Tag zu einem ungehorſamen Volk, das ſeinen Gedanken nachwandelt auf einem Weg, der nicht gut iſt." Aehnliches finden wir im Propheten Jeremias im 3. Capitel. Gott verheißt Gutes, wenn das Volk abläßt, ſeinen Gedanken nachzu⸗ wandeln, V. 17. Das waren die Gedanken, nach welchen ſie Got⸗ tes Wort mit ſeinen ſchönen Zuſagen nichts achteten (V. 15—20.), der Stimme des HErrn nicht gehorchten (V. 25.), und in ſchrecklichem Selbſt⸗ betrug (V. 23.) im Götzendienſt ihre Zuverſicht, Hort und Troſt ſuchten (V. 20.). Aber ſo recht werden die eigenen Gedanken, der Greuel der Schwarmgeiſterei, der viel mehr Gutes durch anderes als Gottes Wort will finden, aufgedeckt Jeſ. 5, 19—21. 8, 10—12. 19, 20. 28, 9—19., und Jer. 23, 21. ff. Jeſ. 5, 19—21. ſpricht Gott das Wehe über die Leute, die ihre eige⸗ nen Gedanken für die höchſte Weisheit und Klugheit halten und darnach das Wort Gottes meiſtern, daß ſie ſagen, man muß nicht alles im Wort Geſagte für voll nehmen (V. 19.); man muß es nach den Umſtänden deu⸗ ten und annehmen (V. 20.), „aus Sauer ſüß, und aus Süß ſauer machen", heißt: Die Worte Gottes wenden und ihres Gehaltes berauben, um ſie den Verhältniſſen anzupaſſen. Jeſ. 8, 10—12. will das Volk Juda thun, was Gott nicht will. „Dies Volk redet von nichts, denn vom Bund" (mit Egypten). Einen von Gott verbotenen Bund mit Heiden will Juda machen zur Rettung Jeru⸗ ſalems und zur Großmachung Iſraels. Warum? Die Männer Judas haben nicht nur die eigene Weisheit zu Rathe gezogen, ſondern noch andere Wege, um zur Erkenntniß des Rathſamen zu kommen. Sie haben nach V. 19. die Wahrſager und Zeichendeuter gefragt, „die da ſchwatzen und dispu⸗ tiren", es werde alles gut hinauslaufen. Ja, die Todten haben ſie ge⸗ fragt. Gott aber wies ſie auf ſein Wort. „Nach dem Geſetz und Zeugniß. Werden ſie das nicht ſagen, ſo werden ſie die Morgenröthe nicht haben."