# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 17 men. . . . Summa, der Enthuſiasmus ſtecket in Adam und ſeinen Kindern von Anfang bis zum Ende der Welt, von dem alten Drachen in ſie geſtiftet und gegiftet, und iſt aller Ketzerei, auch des Pabſtthums und Mahomets Urſprung, Kraft und Macht. Darum ſollen und müſſen wir darauf beharren, daß Gott nicht will mit uns Menſchen handeln, denn durch ſein äußerlich Wort und Sacrament. Alles aber, was ohn ſolch Wort und Sacrament vom Geiſt gerühmet wird, das iſt der Teufel." Das iſt alſo auf dem Boden der Kirche die Schwarmgeiſterei. Dieſen Enthuſiasmus oder Schwärmergeiſt ſehen wir durch alle Zeiten des alten Teſtamentes auftauchen und gegen Gottes Wort ſich erheben. Man denke nur an die Geſchichte vom goldenen Kalb, 2 Moſ. 32.: „Das Volk ſprach: Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn wir wiſſen nicht, was dieſem Mann Moſe widerfahren iſt, der uns aus Egypten geführet hat." Man vernimmt die Gedanken des Volks, die im Grunde dahin gehen: Es dient uns ſolcher Gott, von dem Moſe nur immer redet und predigt, den wir nicht ſehen — nicht; es iſt für uns ein nützlicherer, beſſerer Gottes⸗ dienſt, wie andere Völker auch, ſichtbare Götter haben, die da können voran⸗ getragen werden, daß man nachgeht, und um die man ſich ſammeln kann in frohen Feſtverſammlungen. Der Gottesdienſt muß ſo beſchaffen ſein, daß der Menſch etwas fürs Auge hat. Alſo aus eigener Andacht etwas bereiten fürs Auge, ſoll die Loſung ſein; wie auch der Antichriſt einen Gottesdienſt bereitet hat; an dem ſich das Auge ſo recht weiden ſoll, und dadurch haben ſich auch hohe Geiſter beſtechen laſſen, wie Fliegen durch den Honig. Andere Schwärmer gingen juſt auf das Gegentheil, wie Münzer und Carlſtadt und Schwenkfeldt. Bei denen hieß es, um nach ihrem Enthuſiasmus oder Dünkel den wahren Gottesdienſt einzurichten: Bilder, Altar, Orgeln, Schmuck und alles Aeußerliche hinaus! der Gottesdienſt muß rein geiſtlich ſein! Es iſt aber derſelbe Schwarmgeiſt, der in der Wüſte das Bild aufrichtete, und der in Wittenberg und andernorts alle Bilder aus der Kirche warf; nie kann er's leiden, wie Gott es will. Wenn kein Bild ſein ſoll nach Gottes Wort — dann ſoll's gerade Bild ſein beim Schwarmgeiſt. Sagt Gott, euren Kirchenſchmuck könnt ihr haben ſo, daß die Bilder nur an der Wand hangen, dann ſchreit der Schwarmgeiſt: Fort mit den Bildern! Des Schwärmers Gedanken ſind ihm eben die Hauptſache. In allen Propheten klagt daher der HErr: „Ihr wendet euch von Gott", das heißt, von ſeinem Wort, da⸗ durch wir allein zu ihm kommen und bei ihm bleiben. Auch der ehernen Schlange wurde gedacht, um die Schwarm⸗ geiſterei im alten Teſtament zu beſchreiben. Als Gott ſagte (4 Moſ. 21.): Macht euch eine eherne Schlange und erhöhet ſie und ſehet ſie an im Glau⸗ ben an meine Verheißung und an den zukünftigen Meſſias, ſo werdet ihr ge⸗ ſund werden — ſo ſagte das ſchwarmgeiſtige Herz: Was ſoll mir das bloße Anſchauen nützen? Wiederum, heißt Gott (2 Kön. 18.) die eherne Schlange zerſtoßen, weil die Kinder Iſrael ihr bis zur Zeit Hiskiä geräuchert hatten,