# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung nem Dichten. Aus ihren eigenen Gedanken Hervorgebrachtes ſoll als gött⸗ licher Ausſpruch gelten; und auf der andern Seite ſollen wahre göttliche Ausſprüche nach der Schwärmer Sinn gedeutet und ausgelegt werden. St. Petrus beſchreibt aber auch die Schwarmgeiſterei der falſchen Pro⸗ pheten alten Teſtaments durch ſeine poſitive Ausſage V. 2. 3. von den kommenden falſchen Propheten, die eben an denen des alten Teſtaments ihr Vorbild haben. „Durch welche wird der Weg der Wahrheit ver⸗ läſtert werden. Und durch Geiz mit erdichteten Worten werden ſie an euch hantieren." Ja mit eigenem Dichten an den Leuten hantieren — mit eigenen Gedanken an ihnen hantieren, um ſie zum Geiſt zu bringen, zu Gottes Volk zu machen, der Gnaden und Gnadengaben theil⸗ haftig machen, zu recht zuverſichtlichem, ungeſtörtem Glauben zu bringen — das iſt ja Schwarmgeiſterei. Sehen wir denn ins Alte Teſtament hinein. Gleich zu Anfang finden wir bewahrheitet das oft ausgeſprochene Urtheil Luthers, daß die Schwär⸗ mer und die Schwärmerei vom Teufel ſind. Wir hören den Satan ſelbſt, den Mörder von Anfang, mit der Schwarmgeiſterei an den noch im Stande der anerſchaffenen Gerechtigkeit lebenden Menſchen hantieren und ihre Ohren vergiften mit dem Grundſatz, daß das Gute des Menſchen nicht durchs Wort Gottes, ſondern durch die eigenen Gedanken zu ſuchen ſei. Gott hatte den erſten Menſchen das Verbleiben im ſeligen Paradieſesleben zugeſagt, wenn ſie im Gehorſam gegen ſein Wort blieben; der Satan will den Menſchen einreden, daß das, was ſie ſo durchs Bleiben im Wort haben, nichts ſein wird gegen den hochherrlichen Zuſtand, der ihnen zu Theil werden wird, wenn ſie ſich über das Wort erheben. Mit eurem Bleiben beim äußerlichen Wort erhaltet ihr euren jetzigen beſcheidenen Zuſtand; erhebt ihr euch aber über dieſes Wort durch eigenen Sinn, ſo werdet ihr ſein wie Gott. Hier haben wir den Schwärmergrundſatz: Das geoffenbarte, äußer⸗ liche von Gott gegebene Wort iſt es nicht, was uns zur Vollendung, zu aller himmliſchen, hohen Glückſeligkeit, zum rechten göttlichen Stand bringt. Der Teufel hat dieſen Grundſatz erfunden, die erſten Menſchen nicht. Aber ſie haben ihn ſich einbläuen laſſen, ſo daß ſie fielen und jetzt der göttlichen Ge⸗ meinſchaft nicht durchs Wort, ſondern durch eigene Gedanken wollen theil⸗ haftig ſein. Die Schmalkaldiſchen Artikel reden ſo zur Sache (Theil 3, Art. 8.): „Das iſt alles der alte Teufel und alte Schlange, der Adam und Heva auch zu Enthuſiaſten machte, vom äußerlichen Wort Gottes auf Gei⸗ ſterei und Eigendünkel führet, und thät's doch auch durch andere äußerliche Wort. Gleichwie auch unſere Enthuſiaſten das äußerliche Wort verdammen, und doch ſie ſelbſt nicht ſchweigen, ſondern die Welt voll plaudern und ſchrei⸗ ben, gerade als künnte der Geiſt durch die Schrift oder mündlich Wort der Apoſtel nicht kommen, aber durch ihre Schrift und Wort müßte er kom⸗