# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 15 1 Cor. 1, 24.); da er ohne Zweifel von dem leiblichen, äußerlichen Wort redet. Wo das nicht zuvor gepredigt wird, da vermuthe man ſich nicht, daß der Heilige Geiſt da wirke oder irgend ein Glaube da ſei. Gleichwie es mit der Sonne zugeht, die hat zwei Arten an ihr, nämlich den Schein und die Hitze. Wo nun der Schein oder Glanz hingehet, da kömmt auch die Hitze hin. Wo aber der Glanz nicht hingehet, da bleibet die Hitze auch außen. Alſo geht's hier mit dem äußerlichen Wort und mit dem Heiligen Geiſte auch zu. Der Heilige Geiſt wirkt nirgend, wo er nicht zu⸗ vor durch das Wort als durch eine Röhre in das Herz kömmt." (XIV, 625.) Menſchlicher Wille, Vornehmen, Andacht, Gedanken und Geiſt können darum nicht die Weiſſagung und Lehre der Schrift auslegen und aus dem eigenen die Auslegung geben, weil ja die Weiſſagung nicht aus menſchlichem Willen hervorgebracht iſt, ſondern aus Trieb und Eingebung des Geiſtes. Einer Schrift vertrauenswürdigſter Ausleger iſt gewiß ihr Verfaſſer. So iſt der vertrauenswürdigſte Ausleger der heiligen Schrift ihr Verfaſſer, der Heilige Geiſt. Und — um alles Mißverſtändniß abzu⸗ wenden — ſo iſt Er nicht nur der beſte, ſondern der einzige Ausleger der Schrift — und zwar durch die Schrift wieder ſelbſt. Die Schrift iſt nicht aus der Auslegung derer, die ſie leſen; auch nicht durch unſere Com⸗ mentare; ſondern ſie iſt ihrer eigenen Auslegung, das heißt, der Heilige Geiſt erklärt beſtändig Wort durch Wort, gibt durch ein Wort Licht in das andere. Nur muß man darauf achten, daß einem hierbei die Schwärmer nicht eine Naſe drehen und bei Auslegung einer Stelle andere ungehörige Stellen anziehen, die aber ähnlich klingen. Als wenn ſie das Wort von der Schöpfung der Welt auslegen mit dem, was von der Vernichtung der Welt geſagt iſt, weil an beiden Stellen von der Welt die Rede iſt. Das iſt etwa ſo gehandelt, als wenn ein Rechtsgelehrter ſeinem Clienten die Anweiſung gäbe: Willſt du über die Eherechte dich unterrichten, ſo lies im Rechtsbuche nicht nur das Capitel über Eherechte; auch nicht nur, weil Ehe rechtlich als Contract gilt, das Capitel von Contracten; ſondern auch das Capitel von Mord und Todtſchlag. Schrift mit Schrift auslegen heißt alſo nicht: Fahre mit ähnlichen Worten in alle Lehren der Schrift; ſondern: Sammle und vergleiche alle die Stellen, wo die Schrift von derſelben Sache redet. Man ſoll alſo nicht thun, wie jetzt unſere Widerſacher gethan haben, da ſie in die Lehre von Gottes Gnadenwahl alle die Stellen hineingebracht haben, die von des Menſchen Glauben handeln. — St. Petrus ſtellt alſo die falſchen Propheten im alten Teſtament den rechten Propheten gegenüber; er beſchreibt auch die Quelle der falſchen Weis⸗ ſagung ſehr deutlich. Nach ſeiner ganzen Darſtellung war nun der falſchen Propheten Art das, was wir mit dem Wort Schwarmgeiſterei bezeichnen. Nämlich Geiſt, Geiſteslicht, Geiſtesgaben, Geiſteserweckungen nicht haben wollen durch das von Gott geſetzte Mittel, das Wort. Die Schwarmgeiſter wollen vielmehr ſelbſt Mittel und Quelle ſein mit ihrer Vernunft und eige⸗