# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung müßten als die „Theologia deutſch" und den Tauler; und deswegen machte er ſich an die Ueberſetzung der Bibel und fing mit den Bußpſalmen an. Spener dagegen hatte eine ſolche Reihe geſunder lutheriſcher Erbauungs⸗ literatur vor ſich, daß es ihm gar übel anſtand, die geſund lutheriſchen Er⸗ bauungsſchriften bei Seite liegen zu laſſen und die Myſtiker zu empfehlen. 2. Nachweis, daß die Schwarmgeiſterei zu allen Zeiten der Kirche war. Es iſt zuvor geſagt, daß das Wort „Schwarmgeiſterei" ein kirchliches Wort, nicht ein Schriftausdruck iſt. Das thut nichts. Was wir damit be⸗ zeichnen, das gibt die Schrift. Sache und Weſen der Sache finden wir in der Schrift. Ja, das iſt je gewißlich wahr, daß ohne die Schrift und ohne ihr Licht über die Sache die Chriſtenheit zu keiner Zeit dies Grundverderben der Schwarmgeiſterei entdeckt und in ſeinem Grundweſen erkannt hätte. Der Apoſtel Petrus hat in ſeinem zweiten Brief 2, 1. die Worte: „Es waren aber auch falſche Propheten unter dem Volk." Der Apoſtel thut hiermit einen Rückblick auf die Zeit des alten Teſtaments. Er ſagt „auch falſche Propheten". Erſichtlich bezieht ſich das „auch falſche" zurück auf Capitel 1, 19—21. Da redet Petrus von dem feſteren prophetiſchen Wort, welches Gott durch die rechten Propheten gegeben hat. Dieſe ſind auch gleich characteriſirt mit jenen Worten, die zu den hoch⸗ wichtigſten Zeugniſſen für die göttliche Eingebung oder Inſpiration der hei⸗ ligen Schrift gehören. Wir meinen die Worte: „Und das ſollt ihr für das erſte wiſſen, daß keine Weiſſagung in der Schrift geſchieht aus eigener Auslegung; denn es iſt noch nie keine Weiſſagung aus menſchlichem Willen hervorgebracht; ſondern die heiligen Menſchen Gottes haben geredet, ge⸗ trieben von dem Heiligen Geiſt." Der Apoſtel knüpft dieſe Worte an die Ermahnung: „Ihr thut wohl, daß ihr auf das prophetiſche Wort achtet, als auf ein Licht, das da ſcheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag an⸗ breche, und der Morgenſtern aufgehe in euren Herzen." Er fährt fort: Thut ſo, indem ihr dabei dies erkennet, dies in Erkenntniß feſthaltet, daß die Weiſſagung der Schrift nicht eigener Auslegung iſt. Das heißt, wollt ihr, daß durch das prophetiſche Wort der Morgenſtern in euren Her⸗ zen aufgehe, ſo müßt ihr es nicht wollen auslegen. Seid ihr doch im „Dunkel", könnt es nur verdunkeln. Das Wort muß ſich euch ſelbſt aus⸗ legen, es iſt ſein eigener Ausleger, iſt nicht eurer Auslegung. Trefflich ſchreibt Luther: „Aus dem folget, daß die närriſch thun, ja wider Gottes Ordnung und Einſetzung, die das äußerliche Wort verachten und verwerfen, meinen, der Heilige Geiſt und der Glaube ſoll ohne Mittel zu ihnen kommen; das wird noch lange nicht geſchehen. Geſchieht es gleich etlichen, ſo iſt es was Sonderliches; durch die gemeine Bank hin iſt es alſo, daß Gott ſeinen Heiligen Geiſt ohne das äußere Wort nicht geben will. Daher heißt auch St. Paulus das Evangelium eine Kraft Gottes (Röm. 1, 16.