# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 13 Allen Gliedern unſrer Gemeinden ſollte klar gemacht werden, daß die Leute, die Luther Schwärmer heißt, ſich in einer falſchen Grundrichtung be⸗ finden. Da iſt z. B. ein lutheriſcher Bräutigam, der zwar nicht eine römiſche Katholikin heirathen möchte, aber meint, eine Braut aus einer reformirten Sectengemeinde zu heirathen, das ſei doch nicht ſo gefährlich für ſein Glau⸗ bensleben. Es ſeien wohl Lehrunterſchiede zwiſchen Reformirten und Luthe⸗ ranern, aber die ſeien nicht ſo bedeutend. So denkt der Bräutigam, weil er nicht erkannt hat, daß ſich Reformirte und Schwärmer in einer ganz an⸗ dern Richtung bewegen, als wir Lutheraner. Die falſche Lehre der Schwär⸗ mer geht aber mit der Schriftlehre nicht parallel, läuft nicht neben ihr her, ſei es die ganze Strecke oder einen Theil des Weges; ſondern ſie geht die entgegengeſetzte Richtung, in den geraden Gegenſatz zur ebenen Bahn. Jede falſche Grundrichtung muß endlich dahinkommen, wo der erſte Schwarmgeiſt, der Teufel, hingekommen iſt, nämlich zu dem „Sollte Gott geſagt haben?" Nach der Schrift und rechten Grundrichtung iſt der Grund des Heils die Schrift; nach der Schwarmgeiſterei iſt es nicht die Schrift. Nach der Schrift und rechten Grundrichtung iſt die Quelle der Erkenntniß die Schrift; nach der Schwarmgeiſterei iſt es nicht die Schrift. Nach der Schrift und der rechten Grundrichtung iſt der Maßſtab und Prüf⸗ ſtein aller Lehre und Geiſter die Schrift; nach der Schwarmgeiſterei iſt es nicht die Schrift. Nach der Schrift und rechten Grundrichtung iſt das Mittel, wodurch der Heilige Geiſt alles geiſtlich Gute wirkt, die Schrift; nach der Schwarmgeiſterei iſt es nicht die Schrift. Erklärtermaßen ſoll reformirterſeits das Amt eines Predigers ja nicht ſo verſtanden werden, als ſtehe der Paſtor durch die Gnadenmittel als Bote Gottes vor ſeiner Ge⸗ meinde; ſondern der reformirte Prediger iſt nur der Angeſtellte, der durch ſeine Erkenntniß, Erfahrung, Ermunterung und auch Unterhaltung vor der Gemeinde ſteht und ihr einen Dienſt thut. Zeitgemäß iſt es gewiß, daß einmal von den alten Myſtikern geredet wird, da man auch in lutheriſch ſein wollenden Kreiſen von einer edlen, geſunden Myſtik ſpreche, wenn man von Tauler und andern rede. Ja das Werk Luthers will man erklären aus ſeinem vermeintlichen Anſchluß an die Myſtiker. Aber Luther ſelbſt ſagt uns, daß er wohl zwanzig Mal jede Lehre durch die Schrift gezogen habe. Alſo nicht der Myſtik oder Schwarm⸗ geiſterei, ſondern dem Wort der Schrift haben wir Luthers Lehre und Werk zu danken. Und nur dann werden wir Luthers Schüler bleiben, wenn wir den Heiligen Geiſt und des Geiſtes Werk nur im Wort der Schrift ſuchen. Auch ſoll uns das nicht irre machen, daß Luther gerade wie Spener, der Vater des Pietismus, das myſtiſche Büchlein „Theologia deutſch" und den Myſtiker Tauler empfohlen hat. Luther empfahl die „Theologia deutſch" und den Tauler, weil in denſelben doch noch Chriſti gedacht wurde in jener armen Zeit, da man des Namens und Werkes Chriſti ſchwieg. Aber Luther fühlte bald, daß die armen Chriſten geſünderes Brod haben