# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung bei beides Brücken, Steg und Weg, Leiter und alles umreißt, dadurch der Geiſt zu dir kommen ſoll, nämlich die äußerlichen Ordnungen Gottes in der leiblichen Taufe, Zeichen und mündlichem Wort Gottes und will dich lehren, nicht wie der Geiſt zu dir, ſondern wie du zum Geiſt kommen ſollſt, daß du ſollſt lernen auf den Wolken fahren und auf dem Winde reiten, und ſagen doch nicht, wie oder wenn, wo oder was, ſondern ſollſt erfahren ſelbſt wie ſie." (XIX, 187.) Wie wichtig iſt dies: Geiſt nicht ohne Schrift! Als rechte Schüler Luthers ſollten wir es wohl beherzigen und uns vor dem leiſeſten Abgehen davon hüten. Es wird alſo immer darauf ankommen, daß wir unſerm Volk gegenüber wirklich die Schrift handeln, die Schrift auslegen, wirklich in die Schrift einführen. Wohl iſt es rechte Lehre, daß das Wort Gottes ſeinem Weſen nach die göttlich darin vorgelegte Wahrheit iſt. Aber das Wort, wie es in der Schrift lautet, und die Wahrheit gehören zuſammen. Weder Wort ohne Lehre — noch Lehre ohne Wort. Es iſt noch der Mühe werth zu ſagen, was unter Geiſt verſtanden wird, wenn wir ſagen: Geiſt nicht ohne Schrift, Geiſt nicht ohne Wort Gottes. Gewiß iſt da mit Geiſt die Perſon des Heiligen Geiſtes gemeint, der Geiſt als Gabe; aber eigentlich nicht zuerſt und jedenfalls nicht allein. Unter Geiſt iſt mitverſtanden ſein Amt, ſein Wirken, ſeine Werke am Einzelnen wie im Ganzen, die Erbauung des einzelnen Menſchen wie der ganzen Kirche. Es verhält ſich hier mit Geiſt wie bei der Sünde wider den Heiligen Geiſt. Dieſe Sünde iſt doch nicht eigentlich die Sünde gegen die Perſon, ſondern gegen das Amt und Werk des Heiligen Geiſtes. So nun hier. Unter Geiſt iſt nicht nur die Perſon und ihr Innenwohnen als Geiſt der Kindſchaft ver⸗ ſtanden, ſondern was der Geiſt wirkt und ſchafft. Auch Luther verſteht ſo den Satz, daß wir durchs Wort den Geiſt empfangen. „Darum, begehrſt du die Gabe des Heiligen Geiſtes, begehrſt du deiner Kinder und deines Geſindes gewiſſe Beſſerung, ſo gehe dieſen Weg: Höre fleißig Gottes Wort, halte die, ſo dir befohlen ſind, zum Wort. Denn allein der Heilige Geiſt heilet und macht geſund die Herzen, ſo durch die Sünde verwundet und verderbet ſind. Er heilet aber und macht geſund durch das Wort des Evangelii, in welchem wir geſtraft werden um die Sünde, Gerechtigkeit und Gericht." (VIII, 235.) „Geiſt heißt und iſt alles, ſo der Heilige Geiſt in uns wirket." (XI, 154.) „Alſo, daß Geiſt ſei ein Menſch, der inwendig und auswendig lebet und wirket, das zum Geiſt und künftigen Leben dienet." (XII, 59.) „Alſo heißet nun vom Geiſt Gottes getrieben werden, ein ſolches Herz kriegen, das da Gottes Wort gerne hört und an Chriſtum gläubet, daß er in ihm habe Gnade und Vergebung der Sünden." (XIV, 178.) „Geiſt heißet, was in der Natur und menſchlichem Vermögen Gott in uns ſchaffet, nämlich geiſtliche Erkenntniß, Licht, Verſtand, ſo er uns offenbaret, dadurch wir Gott erkennen, und uns zu ihm kehren, ſeine Gnade ergreifen, und an ihm hangen." (XIV, 25.)