# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung Die mannigfaltigen Methoden der Schwärmer, den Heiligen Geiſt ohne Wort erlangen zu wollen, ſind alten Datums und Luthern wohl be⸗ kannt. Er kommt öfter darauf zu ſprechen, namentlich in ſeiner Schrift von den himmliſchen Propheten. „Die neuen Propheten haben jetzt anſtatt des Worts eine neue Art des Geiſtes erfunden, neue Eitelkeiten der Wör⸗ ter, damit ſie das gemeine Volk am Narrenſeil führen. . . . Wenn man nun das Wort höret, ſo wird der Heilige Geiſt gegeben, der durch den Glauben das Herz reinigt, zun Röm. am 10.: ‚Der Glaube kommt aus der Predigt', freilich nicht allen, die zuhören, ſondern wem Gott will. Denn der Wind wehet, wo er will, nicht wo wir wollen. . . . Dieſe Ord⸗ nung laſſen die neuen Propheten weg und treten ſo einher. Zuerſt ergreifen ſie die Tödtung. Dieſe theilen ſie in viel Staffeln oder Bürden, denen ſie mancherlei Namen geben (Entgröbung, Verwunderung, Studirung, Lange⸗ weile, Ausleerung der Creatur). Und ſie geben keinem die Gerechtigkeit, es ſei denn, daß er durch dieſe Staffeln gekommen ſei zu vollkommener Töd⸗ tung, alsdann werden ſie erfüllet mit dem Heiligen Geiſt, daß ſie alles vermögen, alles wiſſen und alles wollen. Denn der Heilige Geiſt kommt ihnen nicht durch die Predigt des Worts, welches ſie tapfer verachten, ſondern durch die Tödtung. . . . Darum ſo ſieheſt du hier öffentlich den Teufel, daß ſie von der Tödtung anfahen, die doch dem Wort, Glauben und Geiſte nachfolgen ſoll, und verachten dieweil das Wort, und daß ſie am Geiſt ihr Ding enden, der doch allein zuvor gehen ſoll." (IV, 159 ff.) Ferner: „Wenn man ſie aber frägt: Wie kommt man zu demſelbigen hohen Geiſt hinein? So weiſen ſie dich nicht aufs äußerliche Evangelium, ſondern ins Schlauraffenland, und ſagen: Stehe in der Langweile, wie ich geſtanden bin, ſo wirſt du's erfahren; da wird die himmliſche Stimme kommen und Gott ſelbſt mit dir reden. Fragſtu weiter nach der Langweil, ſo wiſſen ſie ebenſoviel davon, als Dr. Carlſtadt von griechiſcher und hebräiſcher Sprache." (XIX, 186 ff.) Und dann führt Luther noch einmal die zum Geiſt verhelfen ſollende ſchwarmgeiſtige Mortificationsmethode an, „die neue Weiſe, den alten Menſchen zu tödten, und erdichten allhier Entgröbung, Studirung, Ver⸗ wunderung, Langweil, und des Gaukelwerks mehr, davon nicht ein Wort in der Schrift ſteht". Nun hört man freilich, was mit dieſen Dingen ge⸗ meint iſt. Luther führt ſelbſt Mehreres an. Ueber Entgröbung z. B. ſagt er: „Die Mönche haben das werkliche Leben (im Gegenſatz gegen das beſchauliche) genannt, das darinnen beſteht, daß der Menſch die böſen Lüſte und Begierden im Zaum halte und zwinge und äußerlich das Leben mit guten Sitten recht führe, durch Faſten und Caſteiyung des Fleiſches ꝛc. . . . welches der Rottengeiſt Münzer entgroben nennt." (II, 805.) Münzer ſagt: Dadurch kommt die rechte Gottesfurcht. Wie kommt nun Gott, wie der Geiſt ins Herz? Davon ſagt Münzer: Er kommt von oben herab in einer hohen Verwunderung. Dieſen Zuſtand nennt er auch Lange⸗