# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 9 mer allermeiſt bewegt würden; von dem Schwärmen der Gedanken, die wie ein Bienenſchwarm „durch und unter einander herumflattern". Darauf könnte deuten, daß Luther die Schwärmer ja auch als „Fladder⸗ geiſter" bezeichnet. Aber wenn man hört, wie Luther es als das ſchreckliche Unheil der Schwärmer beklagt zu Joh. 17, 11. (X, 24), daß dieſelben die feinſten Schriftſprüche entweder ſchändlich verkehren oder „überhin fladdern und laufen", ſo kann man nicht mehr im Unklaren ſein, welche Beziehung Luther eigentlich dem „ſchwärmen" gibt. Nämlich das iſt das Schwärmen mit der Zunge, den Bienen gleich, daß die Schwärmer wie die Bienen in der Luft herumſtreichen und herumgaukeln ohne einen feſten Halt und Grund. Darauf kommt die Kennzeichnung der Schwärmer immer bei Luther hinaus, daß, ſo viele ſonſtige Kennzeichen er auch anführt, er als Hauptkennzeichen immer dies anführt, daß ſie das Haben des Geiſtes und das Genießen ſeiner Gaben und das Leben aus dem Geiſte nicht auf den von Gott geſetzten einigen Grund gründen. Dieſer Grund iſt die Schrift. Geiſt nicht ohne Schrift, Schrift nicht ohne Geiſt; das ſind die beiden Grundſätze, welche Luther beſtändig gegen die Schwärmer aus der Schrift als göttliche Principien bezeugt und be⸗ weiſt. Beide zu verwerfen iſt auch den Schwärmern eigen. Ihre Anti⸗ theſe heißt: Schrift ohne Geiſt! die Schrift iſt ein todter Buchſtabe; das Wort kann höchſtens anzeigen und lehren. Aber das Wort und Schrift geben nicht, was ſie lehren. Wort und Schrift geben nicht den Geiſt. Darum kann man ihn auch durch die Schrift nicht bekommen. Laſſen wir Luther reden: „Wenn ſolches in die Ohren klinget, ſo geht mit dem Wort der Heilige Geiſt in die Herzen, wo er will; denn er bläſet ſie nicht alle an; darum faſſen ſie es auch nicht alle. — Doch geht das Wort ohne Frucht nicht ab; derhalben man dasſelbe immerdar predigen, hören und handeln und treiben muß, bis der Heilige Geiſt einmal komme. Sonſt iſt kein andrer Weg dazu. Daß du im Winkel ſitzeſt, gen Himmel gaffſt und warteſt, wenn du ihn ſeheſt kommen, iſt eitel Gaukelwerk. Das Wort iſt die einige Brücken und Steig, durch welche der Heilige Geiſt zu uns kommt. So lieſet man Act. 10." (XI, 446.) Apoſtelgeſchichte am 10. wird uns geſagt, von dem ganzen Hauſe des Cornelius: „Auf alle, die dem Wort zuhörten, fiel der Heilige Geiſt." Hier ſteht kein Buchſtabe davon, daß wir durch das Wort Gottes nur angeregt werden, uns nun zu erheben, um ohne Wort in Gott einzudringen. Nein, durch das von Petro gepredigte Wort kam der Heilige Geiſt mit ſeinen Gaben auf die Zuhörer. Und im Brief an die Galater 3, 2. heißt es: „Das allein will ich von euch lernen: Habt ihr den Geiſt empfangen durch des Geſetzes Werke, oder durch die Predigt vom Glauben?" Durch keiner⸗ lei eigene, ſchwarmgeiſtige Vorbereitung, durch kein Werk, das wir thun können, ſondern bloß durch die Predigt vom Glauben empfangen wir den Heiligen Geiſt und ſeine Güter als ein unverdientes Geſchenk.