# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1894. 7 einigen Gott. Wer alſo die Dreieinigkeit leugnet, hebt das Weſen der hei⸗ ligen Schrift auf, trotz Bibel, Kanzel, Altar und Katheder. Die zweite falſche Grundrichtung iſt diejenige, welche das Weſen des göttlichen Worts zwar nicht aufhebt, ſondern die Anerkennung des drei⸗ einigen Gottes und der Schrift als übernatürliche Offenbarung beſtehen läßt; aber dieſelbe in falſchen Brauch ſetzt und dadurch die Wirkſam⸗ keit des Worts aufs ſtärkſte beeinträchtigt. Das iſt die Grundrichtung der Wortmengerei oder Wortvermiſchung, wenn man nämlich die Grundlehren des Worts, Geſetz und Evangelium, in einander mengt, wie der Pietismus gethan hat und noch thut. Die dritte falſche Grundrichtung iſt diejenige, welche zwar das Weſen des göttlichen Worts auch nicht aufhebt, wenigſtens meiſt nicht mit un⸗ umwundenen Worten aufhebt; aber doch die Menſchen der ſegensvollen Wirkſamkeit des Worts in ſchrecklichſter Weiſe beraubt, indem ſie eigent⸗ lich das Wort gar nicht in legitimen Brauch ſetzt und dabei das, was das Wort wirken ſoll, von etwas Anderm als Wirkung erwartet. Dieſe falſche Grundrichtung iſt die Geiſtſchwärmerei oder die Schwarmgeiſterei. Von der erſten und zweiten falſchen Grundrichtung iſt oft, wohl auch ex professo, in unſern Kreiſen gehandelt worden, nicht ſo von der letzten. Und doch iſt es gewiß wohlgethan, auch einmal den Leichnam der dritten falſchen Grundrichtung zu ſeciren und in ſeine Beſtandtheile zu zerlegen. Theſis 1. Die Schwarmgeiſterei iſt ein nachweislich allen Zeiten der Kirche gemeinſames Uebel, vor dem auch die Kirche bis zum Ende der Tage ſich niemals ſicher dünken darf. 1. Was die Schwarmgeiſterei ihrem Grundweſen nach iſt. Wenn wir auf das Grundweſen der Schwarmgeiſterei ſehen, ſo iſt es geſchichtlich nachweisbar, daß ſie ein all den vergangenen Zeiten der Kirche gemeinſames Uebel war. Es hat nicht eine beſtimmt ausgeprägte und in dem einmal ausgeprägten Charakter immer wiederkehrende Er⸗ ſcheinung gegeben, die je und je Schwarmgeiſterei hieß oder ſelbſtverſtänd⸗ lich mit völlig gleichbedeutenden Worten z. B. in der Kirche des Oſtens und Weſtens der alten Zeit bezeichnet wurde. Schwarmgeiſterei iſt eine Gat⸗ tung und Art, die in vielen einzelnen Erſcheinungen wiederkehrt; ſie iſt eine Mutter mit vielen Töchtern, die, oft recht unähnlich auf den erſten Blick, ſich doch alle ähnlich ſind in dem Grundcharakter der Mutter. Es gibt ein Grundweſen der Schwarmgeiſterei, welches in mannigfaltigen, mit mancherlei Namen benannten Geſtaltungen wiederkehrt. Und in dieſem Sinne ſagen wir: Schwarmgeiſterei iſt nachweislich ein allen Zeiten der Kirche gemeinſames Uebel — eine ſtets lebende Seuche und Peſt, —