# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1894_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Verhandlungen der fünfzehnten Verſammlung Lehrverhandlungen. Von Herrn Profeſſor A. Hönecke wurden Zwei Theſen über die Schwarmgeiſterei vorgelegt und ausgeführt. Einleitung. Je und je war die Chriſtenheit befleckt und entſtellt durch Irrlehre. Wo iſt ein Glaubensartikel, gegen den ſich nicht Irrlehre erhoben hätte? Schädlich waren die Irrlehren immer, ſind es noch und werden es bleiben bis ans Ende der Tage. Nicht immer richtet ſich die Schädlichkeit nach der bedeutſamen Stellung, die ein Glaubensartikel einnimmt im Lehr⸗ gebäude. Die Engellehre iſt nicht als eine Centrallehre zu bezeichnen. Und doch wurde mit Beſtreitung der rechten Lehre von den Engeln dem Ratio⸗ nalismus die Thür gleichſam aufgethan. Der Vater des deutſchen Ratio⸗ nalismus, Dr. Semler, hat ja ſein Lehramt angefangen mit einer Schrift gegen die reine Lehre von den böſen Engeln. Die Lehre von den böſen Engeln wird ja gewöhnlich nicht zu den Fundamentallehren gerechnet. Und doch iſt Verneinung dieſer Lehre der Anfang des Sturmlaufs geweſen, mit welchem der Rationalismus die ganze Schrift aus der Chriſtenheit verdrängte. Im Allgemeinen aber gilt der Satz, daß ein Irrthum, eine Irrlehre um ſo verderblicher iſt, je mehr ſie einen Artikel von beſonderer Wichtigkeit angeht; je mehr der geleugnete Glaubensartikel dem Kern der ſeligmachen⸗ den Lehre naheſteht; je mehr es alſo ein Grundirrthum, ein Funda⸗ mentalirrthum, ein irgend welchen Fundamentalartikel verletzender oder aufhebender Irrthum iſt. Gefährlicher als die eben bezeichneten Grundirrthümer, fundamenta⸗ len Ketzereien, iſt das, was man falſche Grundrichtungen genannt hat. Ohne den Ausdruck zu gebrauchen, klagte Vater Luther zu Marburg im Jahre 1529 die Zwinglianer einer falſchen Grundrichtung mit Recht an mit den Worten: „Ihr habt einen andern Geiſt denn wir." Es wird berech⸗ tigt ſein, drei derartige falſche Grundrichtungen aufzuſtellen. Die erſte hebt das Weſen der heiligen Schrift oder des Worts über⸗ haupt auf. Mit dieſer Grundrichtung hat der betreffende Theil an den Namen der Chriſtenheit keinen Anſpruch mehr. Es iſt keine Chriſtenheit mehr, wie kein Wort Gottes bei ihnen iſt. Dieſe Grundrichtung iſt all und jede Richtung, die thatſächlich die Lehre von der Dreieinigkeit leugnet, alſo aller Antitrinitarianismus. Das Weſen der heiligen Schrift iſt die gött⸗ liche Wahrheit, und vor allen Dingen die göttliche Wahrheit vom drei⸗