# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 39 erfreut. Siehe abermal die Gotteskraft des unſcheinbaren, aber himm⸗ liſchen Senfkörnleins! — Derſelbe Wunderweg Gottes offenbart ſich auch wieder im Werke der Miſſion. Nachdem dasſelbe Jahrhunderte lang faſt gänzlich geruht hatte, Gott aber vor dem endlichen Gericht des jüngſten Tages wollte, daß ſein Evangelium unter allen Völkern zu einem Zeugniß ſeiner Liebe und der Seligkeit der Sünder verkündigt würde, da wählte er ſich zwei Männer aus der lutheriſchen Kirche zu Miſſionaren aus und ſendet ſie ſelbſt unter dem Spott der gläubigen Chriſten wie Schafe mitten unter die Wölfe der heid⸗ niſchen Hindus. Und durch dieſe zwei Männer, Ziegenbalg und Plütſchau, pflanzt er den Gottesgarten der heiligen Miſſion, deſſen ſegensreiche Aeſte und Zweige nun den ganzen Erdkreis bedecken und Licht, Troſt, Friede und Leben geben, wo ſonſt Schatten und Finſterniß des Todes herrſchte. Durch die Miſſion iſt die heilige Schrift ſeitdem in mehr denn 200 Sprachen über⸗ ſetzt und wird das Evangelium nun mehr denn 200 Heidenvölkern verkün⸗ digt. Das himmliſche Senfkörnlein hat ſeine wunderbare Gotteskraft aber⸗ mal bewieſen! Auch unſere Negermiſſion, über deren Fortgang und Beſtand wir heute der ehrw. Synodalconferenz den ſchuldigen zweijährigen Bericht er⸗ ſtatten, iſt ein ſolches Wunderwerk der Weisheit und Gnade unſers Gottes. Denn wie klein und ſenfkornartig war ihr Anfang, welchen Widerſpruch hat ſie unter einem Theil unſerer Chriſten gefunden und findet ihn noch, und dennoch, was für ein herrliches Werk iſt es geworden, welch ein Segens⸗ baum iſt daraus entſproſſen! Bereits dehnt er ſeine fruchttragenden Zweige über einen großen Theil der ſüdlichen Staaten unſers Landes. Vor fünf⸗ zehn Jahren faßte die ehrw. Synodalconferenz den Beſchluß, die Miſſion unter den Negern dieſes Landes aufzunehmen, und ſetzte eine Commiſſion zur Betreibung derſelben ein, an deren Spitze ſie den unvergeßlichen Paſtor F. Bünger in St. Louis ſtellte. Schon ein Jahr ſpäter berichtete der erſte Miſſionar, F. Berg, daß er einem erwachſenen Neger eine Stunde vor ſei⸗ nem Tode auf deſſen dringendes Verlangen die heilige Taufe ertheilen und zu einem fröhlichen und ſeligen Todesſtündlein verhelfen durfte. Was iſt in dieſen 14 Jahren aus dem kleinen Anfang geworden? Unſere Miſſion zählt jetzt 7 Miſſionare, 3 Negerpaſtoren, einen Negerlehrer, 11 Stationen, 6 weiße Schullehrer, 9 Wochenſchulen mit 705 Schülern, 13 Sonntags⸗ ſchulen mit 935 Kindern, 437 Communicirende und 777 Seelen. Und dieſe Gemeinden, obwohl aus den ärmſten Negern beſtehend, haben in den letzten zwei Jahren ſchon an $2000 Beiträge unter ſich geſammelt. An Eigenthum beſitzt die Miſſion 8 Kirchen und 2 im Bau begriffen, 2 zweiſtöckige Schul⸗ häuſer und ein Pfarrhaus. — Iſt dies nicht ein herrlicher Erfolg, ein reicher Gottesſegen? Wenn wir bedenken, wie langſam der Fortgang der Miſſions⸗ arbeit in den fernen Heidenländern iſt, wie oft die Miſſionare in derſelben Zeit nicht die Hälfte Seelen gewinnen; zwei Miſſionare auf den Südſee⸗