# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung Geſchäftsverhandlungen. (Protokollirt von P. G. Johannes.) Negermiſſion. Herr P. C. J. Otto Hanſer von St. Louis, der Vorſitzer der von der Synodalconferenz erwählten Commiſſion zur Leitung der Negermiſſion, er⸗ ſtattete nachfolgenden Bericht: „Das Himmelreich iſt gleich einem Senfkorn, das ein Menſch nahm und ſäete auf ſeinen Acker, welches das kleinſte iſt unter allen Samen; wenn es aber erwächſt, ſo iſt es das größeſte unter dem Kohl, und wird ein Baum, daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen unter ſeinen Zweigen.“ Matth. 13. Mit dieſen Worten beſchreibt unſer Heiland, der himmliſche Säemann, die unſcheinbare Gründung und wunderbare Ausbreitung ſeines ſeligen Gottesreiches auf Erden. Unſchein⸗ bar, gering, ja, verächtlich vor den Augen der menſchlichen Vernunft iſt der Eintritt des HErrn der Herrlichkeit ſelbſt in dieſe Welt und ſein Ausgang am verfluchten Holz des Kreuzes. Aber eine Sünderwelt ward dadurch er⸗ löſt und der Todtenacker der Erde wieder eine Behauſung Gottes und ein Himmelreich. Gleich unſcheinbar und verächtlich vor den Augen der Welt waren fer⸗ ner die Werkzeuge und das Mittel, die Sünder zum Genuß der geſchehenen Erlöſung zu führen. Denn die Werkzeuge waren ungelehrte Leute, ver⸗ achtete Fiſcher und Zöllner, und das Mittel das der Vernunft ſo thöricht klingende Evangelium von dem gekreuzigten und auferſtandenen Gottes⸗ ſohn als einziges Heil der Sünder. Aber ſiehe da, die Gotteskraft des un⸗ ſcheinbaren Senfkörnleins! Aus demſelben erwächſt bald der Wunderbaum der chriſtlichen Kirche, der ſeine Aeſte und Zweige zum Heil unſterblicher Seelen über alle Länder und Völker ſegensreich ausbreitet. Ein herrliches Gottesreich erbaut ſich auf den Trümmern der tief im Tode der Sünde ver⸗ ſunkenen Heidenwelt. Dieſer Wunderweg Gottes mit dem Himmelreich ſeiner Kirche hat ſich fort und fort in ihrer Geſchichte wiederholt. Als die Kirche unter dem eiſernen Fuße des römiſchen Antichriſts alle ihre Schöne verloren hatte, und Gott ſie nun wieder erlöſen und herrlich machen wollte, da erwählte er ſich nicht einen mächtigen Kaiſer oder einen weltberühmten Gelehrten, ſondern den unbekannten, aus Bauerngeſchlechte entſprungenen, in dumpfen Kloſtermauern verſchloſſenen Mönch Luther, und pflanzte den Segensbaum der Reformation, der nicht nur der Kirche ihre alte Herrlichkeit und ſelige Freiheit wiedergibt, ſondern Früchte trägt, deren ſelbſt die ungläubige Welt ſich noch heute, ja, bis zum jüngſten Tage