# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 36 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung Beſtändigkeit geben. Das iſt die calviniſche Löſung, die aber der Lehre der Schrift von der allgemeinen Gnade Gottes in Chriſto widerſtreitet und darum falſch iſt. Andere ſagen, der Menſch habe von Natur noch ſo viel geiſtliche Kraft, daß er die ihm angebotene Gnade annehmen könne; gebrauche er dieſe Kraft nicht, ſo ſei er ſelbſt Schuld an ſeinem Verderben. Dies iſt die ſemipelagianiſche Lehre, welche aber der Lehre vom geiſtlichen Tode aller natürlichen Menſchen widerſpricht. Wieder andere behaupten, der Menſch könne wohl nicht den Anfang zu ſeiner Bekehrung machen, wenn aber der Heilige Geiſt den Anfang macht und ſeine Gnade, Vergebung der Sünden und ewige Seligkeit anbeut, ſo könne der freie Wille aus eigenen natür⸗ lichen Kräften Gott begegnen und etwas, wenngleich wenig, dazuthun, helfen und mitwirken, ſich zur Gnade Gottes zu ſchicken und appliciren und dieſelbige ergreifen, annehmen und dem Evangelio glauben. Das iſt die ſynergiſtiſche Löſung, aber eine Löſung, die der Schrift widerſpricht, die Größe des erbſündlichen Verderbens, den geiſtlichen Tod, den geknechteten Willen leugnet, und nur einen ſchwachen Willen, eine Verwundung, einen halbtodten Zuſtand kennt. Eine ſynergiſtiſche Löſung iſt ferner die heutzutage bei vielen Luthera⸗ nern beliebte. Nach ihnen macht Gott durch ſein Wort den unfreien Men⸗ ſchen ſoweit frei, gibt dem Kraftloſen ſo viel Kraft, daß er nun ſich ſelbſt für den Glauben entſcheiden, nun ſich recht gegen die Gnade verhalten, nun wollen, nun die Bekehrung ſich gefallen laſſen kann. Obgleich die Nicht⸗ bekehrten nun hätten „wollen", „ſich recht verhalten", „ſich die Sache ge⸗ fallen laſſen", „ſich ſelbſt entſcheiden" können, hätten ſie es nicht gethan. Sie ſetzen aber offenbar eine Bekehrung vor die Bekehrung, ein Leben vor die Erweckung, einen Glauben vor den Glauben. Sobald der Menſch irgend etwas im Geiſtlichen thun kann, dann hat er ſchon das Leben; will er ſich bekehren, ſo iſt er bekehrt, will er glauben, ſo glaubt er ſchon. Ebenſo laſſen ſie bei denen, die zum Glauben kommen, infolge ihres Wollens, Entſcheidens und Verhaltens, den Glauben nicht Gottes Werk allein ſein, auch nicht durch ihre Behauptung, die Bekehrten hätten ſich durch Gottes Kraft bekehrt; nach ihrer Lehre iſt die Bekehrung keine gött⸗ liche Zeugung, keine Wiedergeburt, die Bekehrten ſind keine neuen Crea⸗ turen, nicht ſein Werk geſchaffen in Chriſto JEſu. Denn wer das glaubt, daß die Bekehrung eine Wiedergeburt, von Anfang bis Ende Gottes Werk iſt, daß gerade der Wille nur Gegenſtand der Bekehrung iſt, daß ſich der Menſch bei der Bekehrung pure passive, ganz unthätig verhält in allem, was dieſelbe zu Stande bringt, dagegen ſehr thätig in allem, was ſie hin⸗ dert, daß er, ein Feind Gottes, dem Wort und Willen Gottes widerſtrebt, bis ihn Gott vom Tode auferweckt, der muß bekennen, daß hier ein Ge⸗ heimniß vorliegt, das er nicht erklären kann. Wer hier aber dennoch er⸗ klären will, geräth nicht nur auf Abwege, daß er andere Wahrheiten der