# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung kenntniß der Sünde", ſagt die Schrift; in dieſem Spiegel könnten ſie ihr beſchmutztes Herz ſehen, um ſo mehr, da ſie von Natur ſchon eine gewiſſe Erkenntniß ihrer Sündhaftigkeit und Schuld vor Gott haben, Röm. 2, 13. ff. Wenn nun durch die Predigt des Geſetzes keine tiefere Sündenerkenntniß, keine Erkenntniß ihrer Verdammlichkeit, keine Angſt in ihnen gewirkt wird, ſo kann das doch nur daran liegen, daß ſie jene natürliche Erkenntniß unter⸗ drücken, ihre Sünden wider beſſer Wiſſen leugnen und alſo ſelbſt Schuld daran ſind, wenn die Predigt des Geſetzes bei ihnen keine Wirkung hat. So iſt auch bei denen die Schuld offenbar, die zwar durch das Geſetz zur Erkenntniß ihrer Sünden kommen, aber bald die Drohungen in den Wind ſchlagen, in Sicherheit dahin gehen, nie fragen, wie ihnen geholfen werden kann, wohl gar das ihnen Gottes Zorn und Strafe aufdeckende Geſetz ſich ein Anlaß werden laſſen, Gott zu läſtern und zu leugnen. Sie betrügen ſich ſelbſt, ſchauen in den Spiegel des Geſetzes, gehen davon und vergeſſen, wie ſie geſtaltet waren, oder machen es in ihrer Bosheit nur um ſo ärger. Das iſt gewiß ihre eigene Schuld. Sie ſind dann auch weiter Schuld daran, wenn ſie durch die Predigt des Evangelii nicht zum Glauben kommen, da die Reue eine nothwendige Vorausſetzung des Glaubens iſt. Wer ſich geſund, reich, bekleidet, ſatt dünkt, und ſich dieſen Wahn nicht nehmen laſſen will, dem zeigt das Evangelium vergebens den rettenden Arzt, den reichen Schatz, das Kleid der Gerechtigkeit, die reichen Güter des Hauſes Gottes. Dem ruft es vergebens zu: „Kommt, denn es iſt alles bereit", „Wen dürſtet, der komme, und wer da will, der nehme das Waſſer des Lebens umſonſt", „Laßt euch verſöhnen mit Gott." Den aus eigener Schuld Selbſtgerechten wird aus eigener Schuld die freie Gnade Gottes in Chriſto vergebens angeboten. Schwieriger iſt es zu zeigen, in wiefern diejenigen an ihrem Unglauben und ihrer Verdammniß ſelbſt Schuld ſind, welche zwar zur Erkenntniß ihrer Sünden kommen, aber nicht zum Glauben an Chriſtum. Gottes Wort ſagt: Sie nehmen Chriſtum nicht auf; ſie liebten die Finſterniß mehr, denn das Licht, das Evangelium iſt ihnen eine Thorheit und Aergerniß, der Fürſt dieſer Welt hat ſie verblendet, daß ſie nicht ſehen das helle Licht des Evan⸗ gelii, ſie haben ſich nicht verſammeln laſſen wollen, ſie haben das ihnen an⸗ gebotene Leben von ſich geſtoßen, ſie haben dem Heiligen Geiſte, der ſie lehren wollte Chriſtum ihren HErrn zu heißen, widerſtrebt. Aber, ſpricht die Vernunft, haben ſie, die geiſtlich Blinden, die geiſtlich Todten, aus ſich ſelbſt anders gekonnt? Wir müſſen ſagen: Nein, und doch iſt dieſes ihr Verhalten gegen die Gnade Gottes ihre eigene Schuld. Das iſt für unſere Vernunft ein undurchdringliches Geheimniß. So viel wiſſen wir, daß es darum ihre Schuld iſt, weil Gott ihnen auch die Kraft, die ſie nicht hatten, angeboten hat, ſelbſt den Glauben in ihnen wirken wollte. Die Aufforderung: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühſelig und beladen ſeid, ich will euch erquicken", „Glaubet an das Evangelium" ꝛc. hat die Kraft,