# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 27 es iſt das alte, verfluchte Weſen des Menſchen, das von Anfang da war und von Anfang an verdammlich war. Gott trauert eben um den Tod des Sünders, den er findet. Diejenigen, welche zum Glauben kommen, waren auch ungläubig, ſchuldig, verdammlich. Durch den Glauben empfangen ſie Vergebung aller ihrer Sünden, die Schuld wird ihnen erlaſſen. Die Un⸗ gläubigen aber bleiben in der Sünde, unter Gottes Zorn und Gericht; um ihres Unglaubens willen wird ihnen die Schuld, die ſie ſchon haben, nicht abgenommen, wie die Schrift ſagt: „Wer nicht glaubet, der iſt ſchon ge⸗ richtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Got⸗ tes", und: „Wer dem Sohn nicht glaubet, wird das Leben nicht ſehen, ſon⸗ dern der Zorn Gottes bleibet über ihm." Der Zorn Gottes iſt ſchon zuvor da und bleibet wegen des Unglaubens. Alſo trotz ſeiner Unfähigkeit, ſich ſelbſt den Glauben zu geben, iſt der Menſch, wie an ſeinem erbſündlichen Verderben, ſo auch an ſeinem Unglauben Schuld. Er iſt ſchuldig von ſeiner Geburt an, ſo lange er im Unglauben ſteht und unter allen Verhältniſſen. Der Unglaube iſt wiederum die Urſache, daß alle ſeine Schuld bleibt, ihm zugerechnet wird am Tage des Gerichts und ihn in die Verdammniß bringt, weil der Unglaube Gottes Gnade und Chriſti Verdienſt verwirft. Daß die Verlorengehenden an ihrer Verdammniß Schuld ſind, geht ferner daraus hervor, daß Gott ſelbſt dieſe natürliche Unfähigkeit überwin⸗ den und durch ſeine Gnadenmittel den Glauben in ihnen wirken will, der ſie aus der Verdammniß errettet; weil die Gnadenmittel die Kraft in ſich bergen, Buße, Glauben, Bekehrung zu wirken. Gott fordert zwar in ſeinem Wort uns Menſchen zur Buße, zum Glauben, zur Bekehrung, zum Auf⸗ wachen und Aufſtehen auf. So heißt es: „Thut Buße und glaubet an das Evangelium", Marc. 1, 15., „Bekehret euch, ſo werdet ihr leben", Heſek. 18, 23., „Wache auf, der du ſchläfſt, und ſtehe auf von den Todten, ſo wird dich Chriſtus erleuchten", Eph. 5, 14. Aber nicht in der Meinung, daß ſie ſelbſt dies thun könnten, nein, um ihnen die Nothwendigkeit der Buße, des Glaubens, der Bekehrung, der Wiedergeburt, der Auferweckung einzuſchärfen; ja, durch Ausdrücke, wie die letzten, gerade ihr Unver⸗ mögen dazu ihnen klar zu machen, wie er denn auch ausdrücklich bezeugt Joh. 6, 44.: „Es kann niemand zu mir kommen, es ſei denn, daß ihn ziehe der Vater, der mich geſandt hat." 1 Cor. 13, 3.: „Niemand kann JEſum einen HErrn heißen ohne durch den Heiligen Geiſt." In welchen Sprüchen er alſo bezeugt, daß der Glaube ſein Werk allein ſei, wie es auch ausdrücklich heißt Joh. 6, 29.: „Das iſt Gottes Werk, daß ihr an den glaubet, den er geſandt hat." — Gott ſagt auch in ſeinem Wort, daß er ſelbſt Glaube, Bekehrung, Wiedergeburt wirken wolle: „Der HErr, dein Gott, wird dein Herz beſchneiden" ꝛc., 5 Moſ. 30, 6., „Ich will ihnen ein neu Herz und einen neuen Geiſt in euch geben, und will das ſteinerne Herz aus eurem Fleiſch wegnehmen, und euch ein fleiſchern Herz geben", Heſek. 36, 26. Chriſtus ſagt von Jeruſalem, das im Großen und Ganzen