# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 25 Gnadenwillen Gottes nicht auf. Iſt aber Gott nicht daran Schuld, daß die Verlorengehenden nicht zum Glauben kommen und im Glauben beharren bis an's Ende, ſo muß dies nothwendig auf die Verlorengehenden ſelbſt zurückgeführt werden, ebenſo nothwendig wie daraus, daß die Schrift den Glauben für Gottes Werk erklärt, folgt, daß der Glaube nicht der Gläu⸗ bigen Werk iſt, ſie ſich denſelben nicht zu danken haben. Dies nun, daß die Verlorengehenden an ihrem Unglauben ſelbſt Schuld ſind, wäre im An⸗ ſchluß an die dritte Theſe nachzuweiſen. Der Wortlaut derſelben iſt fol⸗ gender: Theſis 3. Der Unglaube der Verlorengehenden iſt zurückzuführen auf dieſe ſelbſt, weil Gott ſelbſt durch die Gnadenmittel den Glauben in ihnen wirken und erhalten will. Die Verlorengehenden ſind in Folge des erbſündlichen Verderbens gänzlich unfähig, aus ſich ſelbſt zum Glauben zu kommen. Schon bei der Darlegung der erſten Theſis iſt auf die Folgen hingewieſen worden, welche die Erbſünde für die ganze menſchliche Natur gehabt hat, daß ſie da⸗ durch zu allem Guten erſtorben und zu allem Böſen geneigt geworden iſt. Als ſolch geiſtlich Todte, als ſolche, deren Verſtand verfinſtert iſt, als ſolche, die von Natur nichts vernehmen von dem, was des Geiſtes Gottes iſt, deren Wille verkehrt, Gott feindlich entgegengeſetzt iſt, können ſie ja den Glauben ſich nicht geben, das ihnen gepredigte Evangelium nicht gläubig annehmen, was ja etwas Gutes, Geiſtliches iſt. Es müßte denn Erbſünde nicht Erbſünde, und ihre Folge nicht das tiefe unausſprechliche Verderben der ganzen menſchlichen Natur ſein. Darum bekennt auch unſere Kirche in der Concordienformel II, S. 589: „Daß in geiſtlichen und göttlichen Sachen des unwiedergebornen Menſchen Verſtand, Herz und Wille aus eige⸗ nen natürlichen Kräften ganz und gar nichts verſtehen, gläuben, an⸗ nehmen, gedenken, wollen, anfangen, verrichten, thun, wirken oder mit⸗ wirken könne, ſondern ſei ganz und gar zum Guten erſtorben und verdorben, alſo daß in des Menſchen Natur, nach dem Fall vor der Wiedergeburt, nicht ein Fünklein der geiſtlichen Kräfte übrig geblieben noch vorhanden, mit welchem er aus ihm ſelber ſich zur Gnade Gottes bereiten oder die ange⸗ botene Gnade annehmen, noch derſelben für und von ſich ſelbſt fähig ſein, oder aus ſeinen eigenen Kräften etwas zu ſeiner Bekehrung, weder zum gan⸗ zen, noch zum halben, oder zu einigem, dem wenigſten oder geringſten Theil, helfen, thun, wirken oder mitwirken vermöge, von ihm ſelbſt, als von ihm ſelbſt, ſondern ſei der Sünden Knecht, Joh. 8., und des Teufels Gefange⸗ ner, davon er getrieben wird, Eph. 2. 2 Tim. 2. Daher der natürliche freie Wille ſeiner verkehrten Art und Natur nach allein zu demjenigen, das Gott mißfällig und zuwider iſt, kräftig und thätig iſt."