# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung jenigen, welche im Unglauben ſtecken und der Verdammniß entgegen gehen, wollen Gott für ihre Verdammniß verantwortlich machen; aber Gott lehnt das ab und ſagt, daß ihr eigenes Widerſtreben gegen ihn Schuld iſt an ihrem Verderben. Vgl. Apoſt. 13, 46. 7, 51. Die Kampfesweiſe unſerer Gegner iſt eine erſchreckliche. Indem ſie unſere Stellung als unſinnig verſpotten, verlachen ſie eigentlich die Lehre des Heiligen Geiſtes. Nicht wir, ſondern Gott ſelbſt hat zuerſt gelehrt, was ihnen ſo lächerlich vorkommt. In andern Stücken der Lehre nehmen ſie dieſelbe Stellung ein, wie wir. Sie nehmen manche Geheimniſſe Gottes als Wahrheit an, obgleich ſie dieſelben weder begreifen noch reimen können; ſie nehmen dieſelben an, bloß weil ſie göttliche Lehre ſind. Sie glauben z. B., daß Gott an jedem Orte ſeiner Herrſchaft nach ſeiner ganzen Fülle und Majeſtät zugegen iſt und daß er doch ein unzertrennliches Weſen iſt, das Himmel und Erde erfüllet, ohne daß ſie es im Entfernteſten begreifen können. Sie ſtellen ſich eben allen Sectirern gleich, welche ſämmtlich noch einige Stücke des Glaubens beibehalten, aber in den Artikeln, in welchen ſie eine vorgefaßte Meinung haben, wollen ſie die Schrift meiſtern. Darum wollen wir vor allen Dingen zuerſt betonen, daß jeder Spott gegen unſere in der Schrift begründete Lehre von der Gnadenwahl gegen den Heiligen Geiſt gerichtet iſt, hernach kann man, wenn man will und ſo weit es eben geht, zeigen, daß unſere Lehre auch gar ſo unvernünftig nicht iſt, wie jene vorgeben. Mit ſolchen Vernunftgründen können wir freilich nichts beweiſen, ſon⸗ dern begeben uns auf das Gebiet der Gegner, um von ihrem Standpunkt aus zu argumentiren. Der Erfolg ſolcher Apologetik wird immer ſehr ge⸗ ring ſein müſſen, und man hat ſich ſehr zu hüten, daß man dabei nicht auf falſche Bahnen geräth. Die menſchliche Vernunft kann in geiſtlichen Dingen nichts finden. Was wir von göttlichen Dingen wiſſen, haben wir aus der Schrift gelernt. In derſelben finden ſich alle Artikel des Glaubens, und jeden einzelnen derſelben müſſen wir nur aus der Schrift entnehmen. Wenn wir einen Theil der Glaubenslehre gelernt haben, können wir den andern nicht durch Folgerungen ſelbſt finden, das vermag auch der Gelehrteſte nicht. Weiß man z. B., wie es um den Glauben derer ſteht, welche ſelig werden, ſo weiß man doch noch nicht, wie es ſich mit dem Unglauben derer verhält, die verloren gehen. Das eine wie das andere lernen wir nur aus der gött⸗ lichen Offenbarung. Bleiben wir daher beim Wort und der Lehre Gottes und beugen wir unſere Vernunft unter den Gehorſam des Glaubens. Gott iſt nicht Schuld daran, daß die Verlorengehenden nicht zum Glauben kommen, weder durch einen direct darauf abzielenden Beſchluß, noch indirect durch ein Unterlaſſen von Seiten Gottes, als ob er nicht auch in den Verlorengehenden den Glauben hätte ernſtlich wirken wollen. Er will vielmehr, daß alle zum Glauben und zur Seligkeit kommen. Auch die auf eine beſchränkte Zahl ſich erſtreckende Erwählung hebt den allgemeinen