# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 21 können. Nicht das erſte, daß nämlich Gott den Ungläubigen ſeinen Sohn zum Erlöſer nicht gegeben habe; denn zu geſchweigen, daß der Heiland im vorhergehenden 16. Verſe ausdrücklich bezeuget, daß der Vater ſeinen Sohn der Welt, der ganzen Welt, welche ſofort in Gläubige und Ungläubige, Nicht⸗Gerichtete und Schon⸗Gerichtete eingetheilt wird, V. 17. 18., ge⸗ geben habe, ſo ſpricht der HErr ..., daß die Ungläubigen aus der Urſache verdammt werden, dieweil ſie an den Namen des eingebornen Sohnes nicht glauben. Dieſe Rede aber, glauben an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes, heißet unſtreitig nichts anderes, als daß ein Gläubiger des auch ihm zu gute, ja, an ſeiner Statt geleiſteten Verdienſtes Chriſti ſich zuverſichtlich getröſtet. Wenn nun der Ungläubige deswegen ſchon gerichtet und ver⸗ dammt iſt, daß er an den Namen des eingebornen Sohnes nicht glaubet und deſſen theurer Genugthuung ſich nicht getröſtet, ſo iſt entweder die Ge⸗ nugthuung des HErrn auch für den Ungläubigen geleiſtet, oder ſie iſt ihm zu gute nicht geſchehen. Wollte man nun ſagen, es verhalte ſich nicht alſo, daß Chriſtus für die Ungläubigen genug gethan habe, aber die Ungläubigen eben deswegen ſchon gerichtet ſind, dieweil ſie die Genugthuung des Sohnes Gottes im Glauben nicht ergriffen, ſo würde der Ungläubige darum ge⸗ richtet und verdammt ſein, dieweil er das, was unwahr (vermöge ſolcher Meinung) iſt, nicht hat für wahr halten und ſeine Zuverſicht darauf ſetzen wollen. Solches aber zugeben wollen, würde der Gerechtigkeit, Heiligkeit und Weisheit Gottes viel zu nahe ſein. So muß denn gegentheils feſte ſtehen, der Ungläubige ſei darum ſchon gerichtet, dieweil er die Wahrheit, daß auch für ihn von Chriſto JEſu genug gethan ſei, nicht hat annehmen und im Glauben ergreifen wollen. „Nicht minder hat auch der liebſte Heiland das andere nicht ſprechen können, welches iſt, daß Gott nie gewollt habe, daß diejenigen, ſo um ihres Unglaubens willen verloren gehen, jemals gläubig werden ſollten. Denn das würde abermals Gottes ewiger Wahrheit entgegen ſein, da es heißet, daß Gott und der Mittler auch darin nach ihrem Willen einig ſeien, daß alle Menſchen (man vergleiche den 1. und 2. Vers) zur Erkenntniß der Wahrheit kommen ſollen.... Daß aber Gott nach ſeinem vorhergehenden Willen nimmer gewollt habe, daß die Menſchen, welche beharrend in ihrem Unglauben bleiben, glauben ſollten, ſolches iſt wiederum aus den Worten des HErrn kräftig zu widerlegen. Denn darinnen wird geſagt, daß der ungläubige Menſch ſchon gerichtet ſei, darum daß er nicht glaubet an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. So muß denn von beiden eins ſein: Entweder der da ungläubig iſt und bleibet, hat nach dem vorher⸗ gehenden Willen Gottes an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes glauben ſollen; oder Gottes Wille iſt geweſen, daß der Menſch nie gläuben ſollte. Hat es Gott gewollt, der Menſch ſoll nie glauben, ſo wäre der Menſch darum gerichtet und verdammt, daß er Gottes Willen ſich gemäß bezeiget und nimmer geglaubet habe. Das kann aber mit Gottes Eigenſchaften,