# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der ev.⸗luth. Synodalconferenz von Nord⸗Amerika. 1892. 19 Allgemeinen. Der eine wie der andere iſt im Menſchen von Natur und kommt nichts Neues hinzu, damit aus dem einen der andere werde. Es iſt auch beſſer, dieſen Unterſchied nicht zu machen. Einmal, weil die heilige Schrift ihn nicht macht noch andeutet, indem ſie nirgends die Heiden, welche doch die natürliche Gotteserkenntniß haben, Gläubige nennt; zum andern, weil die neueren Theologen aus jener Unterſcheidung fälſchlich gefolgert haben: es müſſe ein jeder Menſch die Predigt des Evangeliums hören, entweder in dieſem oder in jenem Leben, ſonſt könne er nicht gegen das Evangelium ungläubig ſein. Sie meinen, daß der Unglaube gegen das Evangelium weſentlich verſchieden ſei von dem ſogenannten allgemeinen Un⸗ glauben; daß er nur da zu finden ſei, wo das Evangelium gehört wurde, und daß der Menſch ihn von Natur nicht habe. Nun iſt es wahr, zum Glauben an Chriſtum kann keiner kommen, der die Predigt nicht gehört hat, wie die Schrift ſagt: „Wie ſollen ſie glauben, von dem ſie nichts ge⸗ hört haben?" Aber mit dem Unglauben verhält es ſich nicht alſo, ſondern der ſteckt von Natur in allen Menſchen, daher auch der natürliche Menſch die Gnade Gottes, ſobald ſie ihm in der Predigt angeboten wird, ſo viel an ihm liegt, ſogleich abweiſt. Viele Menſchen nun kommen zum Glauben, die einen früher, die andern ſpäter. Viele von dieſen bleiben auch in dem einmal erlangten Glauben; andere fallen zwar ab, ein oder mehrere Mal, aber ſie kommen wieder zum Glauben, und jene, wie dieſe, ſterben im Glauben und werden ſelig. Wem dieſe ihr Kommen und Wiederkommen zum Glauben, wem ſie ihr Beharren und Sterben im Glauben zu danken haben, iſt Anfangs ſchon erwähnt wor⸗ den, nämlich Gott allein. Ihr Glaube iſt Gottes Werk, Joh. 6, 29., ſeine an ihnen nicht vergeblich geweſene Gnade, 1 Cor. 15, 10., er iſt eine Wir⸗ kung ſeiner Kraft, Col. 2, 12. Ihr Beharren im Glauben iſt Gottes Werk, er iſt deſſen Anfänger und Vollender, Ebr. 12, 2., aus Gottes Macht werden ſie durch den Glauben bewahrt zur Seligkeit, 1 Petr. 1, 5. Viele andere Menſchen aber bleiben ohne Glauben an Chriſtum ihr Lebenlang, viele andere werden bewußte Ungläubige und ſterben als ſolche; viele kommen zum Glauben, fallen aber wieder ab und fahren, wie jene, im Unglauben dahin in die Verdammniß. Wer iſt Schuld an dieſem ihrem Un⸗ glauben? Unſere Theſe ſagt: nicht Gott iſt daran Schuld. Weder iſt Gott daran Schuld, daß die Menſchen als Ungläubige geboren werden, noch daß ſie als Ungläubige ſterben. An erſterem iſt Gott nicht Schuld, denn dann müßte Gott auch an dem erbſündlichen Verderben Schuld ſein, in welchem der Unglaube beſchloſſen iſt. Es hat ſolche gegeben und gibt noch ſolche, die dies lehren und glauben, nämlich diejenigen unter den Reformirten und den ihnen entſprungenen Secten, welche lehren, daß Gott von Ewigkeit durch einen unbedingten Rathſchluß ein Theil der Menſchen zur Verdamm⸗ niß geſchaffen habe; denn dann iſt Gott auch Urheber ihrer Sünde, welche die Verdammniß über ſie bringt. Es genügt zur Abweiſung dieſer gottes⸗