# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1892_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der vierzehnten Verſammlung andere Urſachen möglich. Nun er aber alles vollbracht hat, muß der Un⸗ glaube die einzige Urſache bleiben. Daraus folgt jedoch nicht, daß keine andere Sünde als der Unglaube zu ſtrafen ſei. Nein, alle Sünden verdienen die Verdammniß, um derſelben willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens, und nach dem Vorbild Chriſti und der heiligen Schreiber des Neuen Teſtaments muß das ganze Geſetz von den evangeliſchen Predigern eingeſchärft werden. — Die erſte Theſis war einleitender Natur; ſie ſtellt das Factum feſt, daß der Unglaube die einzige Urſache ſei, weshalb Menſchen verloren gehen. Nun kommen wir zur eigentlichen Hauptſache, zur Beantwortung der Frage: Auf wen iſt der Unglaube der Verlorengehenden zurückzuführen? Wer iſt Schuld daran? Die Antwort darauf wird in der zweiten und dritten Theſis, in jener negativ, in dieſer poſitiv gegeben. Die zweite ſagt, daß Gott auf keine Weiſe an dem Unglauben der Verlorengehenden Schuld ſei. Sie lautet: Theſis 2. Daß die Menſchen in dem Unglauben, in welchem ſie von Natur ſind, bleiben und ſomit der ewigen Verdammniß anheim⸗ fallen, iſt nicht auf Gott zurückzuführen; a. nicht auf einen unbedingten Beſchluß Gottes (Abweiſung des Calvinismus); b. nicht auf ein Unterlaſſen von Seiten Gottes, als ob Gott nicht auch in den Verlorengehenden den Glauben hätte ernſtlich wirken wollen. (Abweiſung falſcher Folgerung aus der Lehre von der Gnadenwahl.) Die Menſchen werden als Ungläubige geboren. Sie ſind nicht allein von Natur ſittlich ungehorſam gegen Gott und halten die Wahrheit in Un⸗ gerechtigkeit auf, ſondern ſie ſind jeder Offenbarung Gottes, inſonderheit dem Evangelio feind. Daher auch die Augsburgiſche Confeſſion im 2. Artikel ſagt, daß die Menſchen in Folge der Erbſünde „keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben (fiducia erga deum) von Natur haben können". Es wird von manchen, beſonders neueren Theologen, ein Unterſchied gemacht zwiſchen Unglauben gegenüber Gott und ſeiner Offenbarung im All⸗ gemeinen und Unglauben gegen das Evangelium im Beſonderen. Unter Umſtänden könnte man ſich dieſe Unterſcheidung gefallen laſſen, allein man muß wiſſen, daß es eigentlich ein und derſelbe Unglaube iſt. Ein weſent⸗ licher Unterſchied zwiſchen beiden exiſtirt nicht. Der Unglaube gegen das Evangelium fließt aus dem Unglauben gegen die Offenbarung Gottes im